Keine Partikelfilter in Benzinern: Heimliche Absprachen bei deutschen Auto-Riesen

Audi, BMW, Daimler, Porsche und Volkswagen beteiligt

Fünf deutsche Autohersteller, gemeinsam gegen die Gesundheit und den Umweltschutz. Das ist der zwingende Schluss aus Vorwürfen, die das Magazin "Der Spiegel" in seiner neusten Ausgabe gegen Audi, BMW, Daimler, Porsche und Volkswagen richtet. Vor zehn Jahren sollen die Auto-Riesen sich abgesprochen haben, so lange wie möglich auf den Einbau von Partikelfiltern in Benzinern zu verzichten. Dabei kostet das laut Experten höchstens 150 Euro. Im Video erklären wir, wie viel schädlichen Feinstaub Autos ohne die Filter in die Luft blasen und was das für Gesundheit und Umwelt bedeutet.

Der nächste Hammer im Abgas-Skandal

Nachdem das Diesel-Gate noch nicht einmal beendet ist, wäre dies der nächste Hammer in der Abgas-Affäre. Bereits 2009 sollen die Antriebsleiter der Unternehmen gemeinsam in Arbeitskreisen getagt und dort entsprechende Entscheidungen getroffen haben - gemeinsam gegen Partikelfilter in Benzinmotoren und schärfere Abgasgrenzwerte. Aufgeflogen sind die Absprachen dem Bericht zufolge, als die EU-Wettbewerbskommission Unterlagen auswertete, die von den Autokonzernen selbst zur Verfügung gestellt wurden. Auch bei Firmen- und Hausdurchsuchungen gingen den Ermittlern belastende Dokumente ins Netz.

Jetzt prüft die Kommission, ob die Hersteller gegen Wettbewerbsrecht verstoßen haben.