Trotz Zulage vom Bund

Keine Entlastung für Verbraucher: Strompreis bleibt hoch

Keine Entlastung für Verbraucher: Strompreis bleibt hoch (Symbolbild)
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19. November 2020 - 8:48 Uhr

Unterstützung vom Bund hat begrenzte Wirkung

Die Milliardensummen, mit denen der Bund einen kräftigen Anstieg der Ökostrom-Umlage (EEG) stoppt, haben nur eine begrenzte Wirkung auf den Strompreis in Deutschland. Eine spürbare Entlastung der Verbraucher bei den Kosten ist nicht in Sicht. Zum Jahreswechsel haben zwar einige Versorger Preissenkungen angekündigt, andere wollen ihre Tarife aber erhöhen. Das haben erste Auswertungen der Internet-Vergleichsportale Verivox und Check24 ergeben.

Einige Anbieter senken Preise, andere erhöhen

Nach Angaben von Verivox haben bislang 45 Grundversorger Preissenkungen von durchschnittlich 1,8 Prozent angekündigt. Für eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden bedeute das eine Entlastung von 24 Euro. Gleichzeitig hätten 42 Grundversorger Preissteigerungen von durchschnittlich 2,4 Prozent mitgeteilt, was Mehrkosten von 31 Euro entspreche.

Check24 zählt etwas anders. Nach Angaben des Portals wollen 59 Grundversorger Anfang kommenden Jahres den Strompreis erhöhen oder haben dies bereits in den vergangenen Wochen getan. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen demnach 4,6 Prozent. Eine Preissenkung hätte 47 Grundversorger angekündigt - im Schnitt um 2,4 Prozent.

"Es wird in jedem Fall teurer"

"Die Mehrheit der Stromanbieter sieht trotz gedeckelter EEG-Umlage derzeit offenbar keinen Spielraum für günstigere Preise", sagte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. "Wir rechnen daher für das kommende Jahr mit stagnierenden Strompreisen auf hohem Niveau." Durch die leicht sinkende EEG-Umlage würden die Kosten für einen Musterhaushalt um rund zehn Euro im Jahr zurückgehen. Gleichzeitig stiegen jedoch die anderen Abgaben und Umlagen um rund vier Euro. Bei den Marktbeobachtern von Check24 heißt es sogar: "Es wird in jedem Fall teurer."

Verbraucherschützer sind angesichts der Preisentwicklung verärgert. "Obwohl EEG-Umlage und Beschaffungskosten sinken, geben die meisten Energieversorger diese Vorteile nicht weiter, sondern gehen auf Tauchstation", kritisierte der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding. "Dabei war die Senkung der Strompreise von der Bundesregierung als Gegenmaßnahme zur CO2-Bepreisung bei Öl und Gas gedacht." Das sei für die Verbraucher "doppelt ärgerlich".