Um Unfälle am Stauende zu verhindern

Keine Chance für Handysünder: Mit dieser Methode überführt die Polizei jetzt abgelenkte Lkw-Fahrer

Polizei deckt Handysündern am Steuer auf Autobahnpolizei Oldenburg
01:08 min
Autobahnpolizei Oldenburg
Polizei deckt Handysündern am Steuer auf

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Eine Kamera sieht alles

Ein Blick ins Führerhaus eines Lkw auf der Autobahn und schnell ist klar: Nicht jeder Fahrer ist bei der Sache, sondern oft mit seinem Handy beschäftigt. Kommt plötzlich ein Stauende, kann diese Ablenkung für den Lkw-Fahrer, aber auch für andere Verkehrsteilnehmer, im schlimmsten Fall tödlich enden.

Die exakte Zahl für durch das Handy am Steuer verursachte Unfälle ist schwer zu beziffern, weil Fahrer oft die Nutzung des Mobiltelefons abstreiten. Die Polizei in Oldenburg geht jetzt einen neuen Weg. Mit versteckter Kamera filmt sie in die Fahrerkabinen, um so die Fahrer sofort mit ihrem Verstoß zu konfrontieren. Im Video sehen Sie, wie ein ertappter Fahrer darauf reagiert.

Surfen oder telefonieren am Steuer – Alltag für die Polizei

Cliff Sprenger und Janine Kahlen sind genau diesen Verkehrssündern auf der Spur. Mit versteckter Kamera auf dem Dach ihres Zivilfahrzeugs fahren die Polizisten der Autobahnpolizei Oldenburg Streife und halten Ausschau nach Fahrern von Lastern oder Kleintransportern, die telefonieren, E-Mails schreiben oder im Internet surfen. Lange müssen sie nicht suchen, denn solche Bilder sind für die Beamten inzwischen Alltag. An diesem Tag gehen ihnen zwei Handysünder ins Netz.

Leugnen ist nach den Aufnahmen zwecklos

Seit 10 Monaten erprobt die Autobahnpolizei in Oldenburg die versteckte Dachkamera. „Grundsätzlich filmen wir immer erst den Lkw-Fahrer, wenn wir feststellen, dass er einen Verstoß begeht“, erklärt Projektleiter Cliff Sprenger den Einsatz mit versteckter Kamera. „Wir fahren neben ihm, gucken ins Führerhaus rein, über die Seitenspiegel oder über den Livestream auf unserem Tablet, der uns die Livebilder der Kamera zeigt, aber nicht aufnimmt. Und wenn wir dann eindeutig sehen, der macht was Verbotenes, zum Beispiel ein Handy in der Hand hat oder es benutzt, dann beginnen wir erst mit den Aufnahmen und zeichnen den Verstoß auf“, erläutert der Polizist weiter.

Mehr als 1300 Verstöße konnten die Beamten der Autobahnpolizei Oldenburg seit Projektbeginn im Februar bereits feststellen - und leugnen ist für die Verkehrssünder dann zwecklos. Denn diese Aufnahmen haben im Streitfall auch vor Gericht Bestand.