Sieben Tage lang Blackout im ganzen Land

Kein Trinkwasser in Venezuela: Hier fließt Öl aus dem Hahn

14. März 2019 - 17:45 Uhr

Reines Chaos nach dem großen Stromausfall

Sieben Tage lang mussten die Menschen in Venezuela ohne Strom ausharren. Das Essen vergammelte, Menschen mussten Wasser aus Flüssen schöpfen, in den Krankenhäusern starben Patienten. Der Strom ist jetzt zwar wieder da, doch die Probleme sind damit nicht in Luft aufgelöst. In vielen Haushalten fließt sogar Öl aus den Wasserhähnen. Wie schlimm die Situation im ganzen Land gerade ist, zeigt das Video - ein Mann beschreibt die Lage hier in ihrer ganzen Dramatik.

Schwarzes Leitungswasser in vielen Haushalten

Ohne Strom funktionierten die Wasserwerke tagelang nicht oder nur zum Teil. In der Stadt muss das wenige Wasser, das geliefert wird, mit Rohöl verunreinigt worden sein. Viele Bewohner veröffentlichten online ihre Videos, wie aus ihren Wasserhähnen schwarzes Wasser fließt. In einigen Bezirken gibt es sogar schon seit zwei Monaten kein Wasser mehr.

Die komplette Energieversorgung sei nun nach Angaben der Regierung im ganzen Land wiederhergestellt. Die Versorgung mit fließendem Wasser sei zu 80 Prozent wieder sichergestellt.

Millionenverluste nach Plünderungen

In der zweitgrößten Stadt des Landes klagten die Geschäftsleute nach Plünderungen über Millionenverluste. Rund 500 Läden sind in Maracaibo betroffen. Sie hätten rund  50 Millionen Dollar Verlust erlitten, so der Präsident der Handelskammer im Bundesstaat Zulia, Fergus Walshe, der Tageszeitung "El Nacional". Die Zahl könnte sogar noch weiter steigen. "Maracaibo ist eine Geisterstadt. Das einzige, das noch geöffnet hat, sind Bäckereien und Mini-Supermärkte, sagte Walshe.

Präsident geht von Cyberangriff aus

Seit einer Woche hat ein heftiger Stromausfall viele Teile Venezuelas lahmgelegt. Staatschef Nicolás Maduro machte einen von den USA und der Opposition geplanten Cyberangriff für den Zusammenbruch der Energieversorgung verantwortlich. Regierungskritiker behaupten, Missmanagement und mangelnde Wartung der Anlagen seien die Gründe für das Blackout in dem kriselnden Ölstaat.

Nachdem es jetzt wieder Strom im Land gibt, sollten die Menschen nach einer mehrtätigen Zwangspause wieder zur Arbeit gehen. Die Schulen und Universitäten sollen erst am Freitag wieder öffnen.