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Kein Rot mehr an Ampel für Radfahrer: Neues Verkehrskonzept spaltet Verkehrsteilnehmer

Kein Rot mehr für Radfahrer
Kein Rot mehr für Radfahrer Neues Verkehrskonzept spaltet Verkehrsteilnehmer 02:35

Dürfen bald alle Radfahrer über Rot fahren?

Mit dem Fahrrad eine rote Ampel überfahren – das wird teuer, wenn man erwischt wird. Der Rotlichtverstoß kostet mindestens 60 Euro Bußgeld und obendrauf gibt es noch einen Punkt in Flensburg. Aber ist es tatsächlich auch gefährlich? Verkehrsexperten bezweifeln das. In Paris und den Niederlanden dürfen Radfahrer schon länger über Rot fahren. Jetzt wollen auch deutsche Großstädte nachziehen.

Idaho-Regelung: Für Fahrradfahrer gilt hier eine rote Ampel wie ein Stoppschild

In Paris läuft seit 2012 ein viel beachtetes Pilotprojekt. Radfahrer dürfen hier an bestimmten Ampeln, die mit einem Verkehrsschild gekennzeichnet sind, über Rot fahren. Die Unfallzahlen mit Radfahrern haben seitdem tatsächlich abgenommen. Diese sogenannte Idaho-Regelung gibt es im US-Bundesstaat Idaho sogar seit 1982. Für Fahrradfahrer gilt hier eine rote Ampel wie ein Stoppschild.

Dabei belegen die Unfallzahlen, dass für einen Fahrradfahrer eine grüne Ampel besonders gefährlich ist. Denn Radfahrer werden von Rechtsabbiegern regelmäßig übersehen.

Wenn es nach Fahrrad-Aktivisten geht, soll dieses Verkehrskonzept bald auch in Deutschland der Normalfall sein. "Es gibt nicht mehr Unfälle dadurch, ganz im Gegenteil. Die Verkehrssituation hat sich einfach nur verbessert für die Radfahrer. Und das wollen wir auch hier in Hamburg, wir wollen hier Fahrradstadt werden“, sagt Dirk Lau vom ADFC Hamburg.

Die Auto-Lobby sieht das kritisch. „Es ist gefährlich, eine rote Ampel zu überfahren. Und es ist auch gefährlich, das in einzelnen Fällen zu erlauben, denn dann gewöhne ich es mir an – und wie soll ich das Kindern beibringen“, sagt Hans Duschl vom ADAC.

Unsere Reporterin hat sich in Paris angeschaut, wie die Franzosen mit den Freiheiten an der Ampel umgehen. Wie das funktioniert, sehen Sie jetzt im Video.

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