2018 M05 16 - 14:19 Uhr

Statt Vertragsverlängerung sofortige Auflösung

Nachdem RB Leipzig seinem Trainer Ralph Hasenhüttl keinen neuen Vertrag angeboten hat, haben sich beide Seiten auf eine Trennung geeinigt. Wie der Club bekannt gab, erfolgte die Vertragsauflösung auf Wunsch des Trainers.

Zwei erfolgreiche Jahre in Leipzig

Erst wollte Ralph Hasenhüttl nicht, dann RB Leipzig nicht - jetzt haben beide Seiten einen gemeinsamen Schlussstrich gezogen. Der Trainer und RB gehen ab sofort getrennte Wege. Vorausgegangen war die Entscheidung der Clubbosse am Dienstag, dem Österreicher eine Verlängerung des 2019 auslaufenden Vertrags zu verwehren. "Für Ralph Hasenhüttl gab es keinerlei Alternative zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung. Es war daher sein ausdrücklicher Wunsch, den Vertrag aufzulösen", erklärte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick auf der Vereinshomepage.

Dabei war die Zeit von Hasenhüttl in Leipzig ausgesprochen erfolgreich. In seinem ersten Jahr führte er den Club als Aufsteiger zur Vize-Meisterschaft und zu dem damit verbundenen Einzug in die Champions League, in der abgelaufenen Saison erfüllte er mit dem erneuten Einzug in den Europacup trotz Doppelbelastung die Zielsetzung des Vereins.

Niemand hat die Absicht, sich von Hasenhüttl zu trennen

ARCHIV - 30.08.2017, Sachsen, Leipzig: RB Leipzig-Cheftrainer Ralph Hasenhüttl (r) und Sportdirektor Ralf Rangnick unterhalten sich beim Traing der Mannschgaft von RB Leipzig in Nachwuchsleistungszentrum. Rangnick will in der kommende Woche wieder Ge
Ralph Hasenhüttl und Ralf Rangnick waren zusammen in Leipzig sehr erfolgreich.
© dpa, Jan Woitas, woi fdt

"Wir sind mit Ralph und seiner Arbeit mehr als zufrieden", hatte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick kurz vor dem Analysegespräch am Dienstag gesagt und eine Trennung noch nahezu ausgeschlossen: "Er ist in der nächsten Saison auf jeden Fall unser Trainer. Es gibt überhaupt keinen Grund, über irgendetwas anderes nachzudenken."

Doch es kam anders. Was als Traumehe im deutschen Fußball begann, hatte im letzten halben Jahr unübersehbare Risse bekommen. Im Winter bemühten sich Rangnick und Geschäftsführer Oliver Mintzlaff um eine Vertragsverlängerung mit dem Cheftrainer. Zu jener Zeit erhielt Hasenhüttl jedoch auch Signale anderer Vereine, darunter vom FC Bayern München. Im ZDF-Sportstudio antwortete Hasenhüttl auf die wiederholte Frage, ob Bayern ihn wollte, mit "Ja". Auch Borussia Dortmund soll interessiert gewesen sein.

Er selbst wollte aber zunächst mit Leipzig Erfahrung auf der internationalen Bühne sammeln, gleichzeitig legte Hasenhüttl aber auch mit RB die Vertragsgespräche auf Eis. Diese Hinhalte-Taktik kam bei den Leipziger Clubbossen nicht gut an, genau wie Hasenhüttls phasenweise Abkehr vom Überfall-Pressing. Als der Trainer dann kurz vor dem erfolgreichen Schlussspurt in der Liga öffentlich um eine weitere Zusammenarbeit warb ("Ich will den Verein, für den ich arbeite, weiter nach vorne bringen"), blieb ein Echo aus der Vereinsführung aus.

Ralph Hasenhüttl: Ehrliche Worte nach gemeinsamen Erfolgen

Statt Hasenhüttl mit einem neuen Vertrag den Rücken zu stärken, riskierten Rangnick und Mintzlaff dessen Rückzug. "Ich wäre sehr gerne gemeinsam mit Ralph Hasenhüttl als Cheftrainer in die nächste Saison gegangen", so Rangnick auf der Vereinshomepage. "Diesen Wunsch habe ich ihm gegenüber in persönlichen Gesprächen deutlich zum Ausdruck gebracht."

Der Trainer hingegen sah keinen Sinn darin, ohne langfristig geklärte Zukunft in das letzte Vertragsjahr zu gehen. "Aus meiner Sicht ist es im Sinne der Umsetzung der langfristigen Ziele von RB Leipzig von großer Bedeutung, eine nachhaltige Vertragslösung anzustreben", wird Hasenhüttl auf der RB-Seite zitiert. "Nach gemeinsamen Erfolgen sollte man deshalb ehrliche Worte an den Tag legen können und auch ein klares Nein statt ein beschwichtigendes Ja wählen dürfen", so der Österreicher weiter.