Kein Flickenteppich beim Abitur in der Corona-Krise

SchülerInnen schreiben in einem Klassenzimmer ihre Abiturprüfung. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Symbolbild
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25. März 2020 - 17:10 Uhr

An den rheinland-pfälzischen Gymnasien mit neunjährigem Unterricht (G9) sind am Mittwoch die letzten Abiturprüfungen absolviert worden. Die G8-Gymnasien mit acht Jahren Unterricht sollen an ihren Prüfungen ab 30. April festhalten, wie Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Mittwoch mitteilte. Als "großen Erfolg" teilte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) mit, dass alle Bildungsminister der Länder in einer Telefonkonferenz gemeinsam vereinbart hätten, die Abiturprüfungen trotz der Corona-Pandemie nicht abzusagen.

"Die Prüfungen finden zu den geplanten Zeitpunkten oder zu festgesetzten Nachterminen bis Ende dieses Schuljahres statt, soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig ist", sagte Hubig. Dem habe auch die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) zugestimmt. Am Dienstag hatte Prien überraschend erklärt, sie plane wegen der Corona-Pandemie eine Absage aller Abschlussprüfungen an den Schulen einschließlich der Abiturprüfungen.

"Wir haben miteinander gerungen", sagte Hubig. Aber es sei der einheitliche Wille gewesen, zu einem gemeinsamen Ergebnis zu gelangen. Dies sei ein großer Erfolg. Damit leiste die KMK ihren Beitrag zur Arbeitsfähigkeit des Staates in der schwierigen Situation.

Wegen der bereits beschlossenen Verschiebungen bei Abiturprüfungen werde es in diesem Jahr aber keine Aufgaben aus dem zentralen Aufgabenpool geben, sagte die Ministerin. "Wir wollen, dass die Schülerinnen und Schüler keine Nachteile haben durch die Situation."

Zuvor hatte sich die Bildungsgewerkschaft GEW mit Blick auf die Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie gegen eine zeitliche Verzögerung bei Abschlüssen ausgesprochen. Der Landesvorsitzende Klaus-Peter Hammer wandte sich auch gegen eine Diskussion über eine Verlängerung des Schuljahrs.

"Unsere Gesellschaft braucht diese jungen Menschen sofort", erklärte Hammer am Mittwoch in Mainz. Diese wollten ihr Studium, ihre Ausbildung und ihren Beruf ohne zeitliche Verzögerung beginnen. "Deshalb wäre es kontraproduktiv, wenn dies durch die Verlängerung des Schuljahres oder die Verschiebung von Abschlussprüfungen in das kommende Schuljahr nicht mehr möglich wäre", fügte Hammer hinzu. Nötig seien schnelle, faire und pragmatische Lösungen. Es sei erkennbar, dass die Schulen auch in der Krise bisher gute Arbeit leisteten und dass die Schülerinnen und Schüler trotz Schließung der Schulen erfolgreich lernen könnten.

Quelle: DPA