Kein Corona-Fall in Greifwald: schnelle Tests in Rostock

Blick auf das Hauptgebäude der Unimedizin Greifswald. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa
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31. Januar 2020 - 14:50 Uhr

Der mit Verdacht auf eine Corona-Infektion behandelte junge Mann hat die Universitätsmedizin Greifswald am Freitag verlassen. Am späten Donnerstagabend stand fest, dass er nicht infiziert ist, wie ein Kliniksprecher mitteilte. Ein Abstrich der Atemwege war im Nationalen Referenzzentrum in Berlin untersucht worden. Das Virus wurde nicht nachgewiesen.

Während die Universitätsmedizin Greifswald dringend auf die Lieferung schneller Tests auf das Coronavirus wartet, hat sich die Universitätsmedizin Rostock die einzelnen Komponenten selbst zusammengekauft, wie der Krankenhaushygieniker Andreas Podbielski der Deutschen Presse-Agentur sagte. Von Montag an könnten Proben von Patienten mit dem Verdacht auf eine Corona-Infektion im eigenen Haus getestet werden. "Die Nachfrage ist groß. Niedergelassene Ärzte und Reedereien haben Interesse angemeldet", sagte er. Reedereien wollten chinesische Seeleute testen lassen, die nach dem Neujahrsfest aus dem Urlaub zurückkämen. Eine Untersuchung koste 128 Euro.

Der Krankenhaushygieniker kündigte an, nur Personen mit berechtigten Gründen zu testen. Ihn empöre der Hype um das Coronavirus, während gleichzeitig Tausende Menschen jedes Jahr an Influenza sterben. Patienten, die auf Corona getestet werden, müssten in China gewesen sein oder nachweislich Kontakt mit infizierten Personen gehabt haben, sagte er. Zuvor müssten andere Infektionen ausgeschlossen werden. Den Patienten wird dem Mediziner zufolge ein Tupfer durch die Nase in den Rachen geschoben. Das Sekret werde in Testgeräte, sogenannte Thermocycler, eingegeben. Enthalte das Sekret Viren, wären sie anhand ihrer darin vermehrten Nukleinsäure messbar. Das Ergebnis liege nach drei bis vier Stunden vor.

Der Patient in Greifswald hatte etwa 24 Stunden auf das Ergebnis warten müssen. Als sich der Mann am Mittwochabend nach einer Chinareise mit Erkältungssymptomen in der Unimedizin meldete, hätten alle richtig reagiert, erklärte der Kliniksprecher. Der Mann habe zuvor angerufen, das Personal habe ihn am Eingang mit Schutzkleidung empfangen und in ein Isolierzimmer gebracht. Der Patient aus dem Raum Greifswald erfüllte mit der Beeinträchtigung der Atemwege, Fieber und dem Aufenthalt in China die Kriterien für einen begründeten Verdacht.

Für den Mann, der aus Sorge um eine Corona-Infektion ins Krankenhaus Wolgast ging, stand am Freitagnachmittag das Ergebnis noch aus. Bei ihm vermuten Mediziner eher keine Infektion. Auch bei einem Mann in Rostock hatte sich am vorigen Wochenende der Verdacht nicht bestätigt.

In China stieg am Freitag die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus auf rund 9700, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Die Zahl der Toten erhöhte sich um 42 auf 213 - die meisten davon waren ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen.

Ein Truppentransporter der Luftwaffe flog am Freitag nach China, um rund 90 Bundesbürger aus der vom Coronavirus besonders betroffenen Provinz Hubei zurückzuholen.

Die Kreuzfahrt-Reederei Aida Cruises in Rostock teilte mit, wegen des Coronavirus bei einer Aidavita-Reise im Februar den Anlauf in Hongkong durch einen Anlauf in der Halong Bucht in Vietnam zu ersetzen. Gäste, die in den letzten 14 Tagen vor ihrem Reisebeginn in China waren, dürften die Kreuzfahrt nicht antreten.

Quelle: DPA