Staatsanwaltschaft ermittelt

Keim-Alarm in Kölner Klinik: 28 Patienten infiziert - ein Toter

© dpa, Patrick Pleul, ppl;cse fgj

15. Mai 2019 - 14:50 Uhr

84-jähriger Patient starb nach der Behandlung

In einer Kölner Klinik ist offenbar ein gefährlicher Keim ausgebrochen. 28 Patienten, die sich in der Radiologiepraxis am Neumarkt behandeln ließen, haben sich offenbar mit dem Erreger infiziert. Ein 84-Jähriger ist bereits gestorben, jetzt wurden Ermittlungen gegen die Praxis eingeleitet.

Klinik meldete die Infektionsfälle

"Die Staatsanwaltschaft hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet", bestätigte Ulrich Bremer von der Staatsanwaltschaft Köln im RTL-Interview. Auch die Klinik selbst habe sich über einen Anwalt bei den Ermittlern gemeldet und die Infektionsfälle gemeldet – noch bevor der Patient starb, erklärte der Oberstaatsanwalt.

Der 84-Jährige ließ sich offenbar wegen eines Rückenleidens in der Radiologie behandeln. Bei Injektionen im Bereich der Wirbelsäule sei es zu der Infektion gekommen, berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger". Nach der Behandlung seien schwere Komplikationen aufgetreten, die der Mann nicht überlebte.

Ermittlungen laufen noch

"Die Obduktion ist mittlerweile durchgeführt worden und hat ergeben, dass der Patient an einem Multiorganversagen gestorben ist", erklärte Bremer. "Worauf dieses Organversagen zurückzuführen ist, wissen wir noch nicht. Möglicherweise war eine Infektion durch einen Keim mitverantwortlich." Das müsse jetzt noch genauer ermittelt werden.

Wie es den anderen Patienten geht, die sich mit dem Keim infizierten, ist unklar. Die Staatsanwaltschaft sei noch dabei, diese Informationen zusammenzutragen, so der Sprecher. Laut "Kölner Stadt-Anzeiger" sollen mehrere Betroffene Hirnhautentzündungen erlitten haben.

Ansteckungsquelle wird noch gesucht

Wie gefährlich Keime in Krankenhäusern für die Patienten sein können - in unserem Video. 

Woher die Verunreinigung kam und wie genau die Patienten mit dem Keim in Berührung kamen, ist ebenfalls noch unklar. "Die Praxis hat wohl erhebliche Anstrengungen unternommen, die Herkunft des Keimes herauszufinden. Das scheint aber noch nicht abschließend gelungen zu sein", erklärte der Oberstaatsanwalt.