Rekord!

Kegelrobben auf Helgoland: So viele Geburten gab's noch nie

Robben-Nachwuchs
Robben-Nachwuchs
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12. Januar 2021 - 10:02 Uhr

652 Robbenbabys in einer Saison

Die erste kleine Kegelrobbe der Saison kam am 2. November auf Helgoland zur Welt. Und sie blieb nicht lange allein. Nach und nach kamen immer mehr trächtige Kegelrobbenkühe an die Strände der Düne: Insgesamt 652 Jungtiere wurden in der laufenden Wurfsaison geboren. Das sind 119 Geburten mehr als im Vorjahr. Und es gab sogar eine Premiere.

Bis zu 38 Geburten am Tag auf Helgoland

ARCHIV - 16.12.2014, Schleswig-Holstein, Helgoland: Eine junge Kegelrobbe und das Muttertier liegen am am Strand der Düne vor der Hochseeinsel Helgoland. Einen Monat nach Beginn der Wurfsaison sind bereits mehr als 450 Jungtiere geboren worden. Ihren
Kegelrobben
© dpa, Bodo Marks, bom soe bra gyd

Inzwischen haben die meisten Kühe ihre Jungen bekommen. Jetzt säugen und schützen sie ihre Kleinen. "Viele Jungtiere sind bereits abgestillt und im Fellwechsel", so der Verein Jordsand, der den Kegelrobbenbestand gemeinsam mit der Gemeinde betreut. Normalerweise kommen die Tiere für die Geburt auf die Helgoländer Düne. In diesem Jahr gab es aber sogar die allererste Kegelrobbengeburt auf der Hauptinsel.

Um die Tiere zu schützen, wurden Strände geschlossen

Bei so vielen Geburten wurde es auf der Düne zwischenzeitlich ganz schön eng. Um die Tiere vor Störungen durch die Menschen und die Menschen vor den wachsamen Muttertieren und Bullen zu schützen, wurden die Strände zeitweise geschlossen. Besucher konnten die Tiere aus sicherer Entfernung am Südstrand und aus Fotobuchten beobachten. Normalerweise zieht das viele Touristen an, doch in diesem Jahr konnten wegen der Coronasituation vor allem die Helgoländer exklusiv das Naturschauspiel beobachten.

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Kegelrobben waren in der Nordsee lange fast ausgerottet

Mitte der 90er Jahre wurde die erste Kegelrobbengeburt auf der Helgoländer Düne erfasst. Seitdem stiegen die Geburtenzahlen jährlich. Dabei waren die Kegelrobben über Jahrhunderte in der Nordsee fast ausgerottet. Sie galten als angebliche Konkurrenz der Fischer. Ein erwachsenes Tier frisst täglich bis zu sechs Kilogramm Fisch und andere Meerestiere. Heute gibt es im Wattenmeer wieder mehrere Kolonien mit Jungen.

Quelle: DPA / RTL.de