8. Oktober 2018 - 10:52 Uhr

Vorgesetzter steht uneingeschränkt hinter Ansgar Wucherpfennig

Wurden ihm schwulenfreundliche Äußerungen zum Verhängnis? Offenbar haben positive Aussagen zur Homosexualität und zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare den Rektor der Theologisch-Philosophischen Hochschule Sankt Georgen, Ansgar Wucherpfennig, seinen Posten gekostet. Der "Frankfurter Rundschau" zufolge verweigert ihm die Bildungskongregation im Vatikan das "Nihil obstat" (Unbedenklichkeitserklärung) und verlangt einen öffentlichen Widerruf seiner Positionen.

Wucherpfennig für stärkere kirchliche Anerkennung von gleichgeschlechtlich Liebenden

Der Geistliche war im Februar mit großer Mehrheit für eine dritte zweijährige Amtszeit wiedergewählt worden. Sein direkter Vorgesetzter, Provinzial Johannes Siebner, sagte der Zeitung zufolge, er stehe uneingeschränkt hinter Wucherpfennig. In einem Antwortschreiben habe er sich "befremdet" über das römische Vorgehen gezeigt. "An Pater Wucherpfennigs Expertise, seiner Loyalität und damit auch an seiner Eignung für das Rektorenamt bestehen für mich nicht die geringsten Zweifel."

2016 hatte Wucherpfennig, Professor für Neues Testament, die biblischen Verurteilungen der Homosexualität in einem Zeitungsinterview als "tiefsitzende, zum Teil missverständlich formulierte Stellen" bezeichnet. Der 52-jährige Jesuitenpater, der im katholischen Stadtdekanat Frankfurt auch als Homosexuellen-Seelsorger wirkt, sprach sich für eine stärkere kirchliche Anerkennung von gleichgeschlechtlich Liebenden aus.

Die Glaubenskongregation in Rom beanstandet neben diesen Äußerungen auch Aussagen Wucherpfennigs zur Diskussion über den Frauendiakonat und Frauen in geistlichen Ämtern der katholischen Kirche.