Katholische Krankenhäuser: Bischöfe erlauben die 'Pille danach'

05. April 2013 - 18:15 Uhr

Vorstoß nach Abweisung eines Vergewaltigungsopfers in Köln

Umdenken in der Kirche: Katholische Krankenhäuser in Deutschland dürfen in Zukunft vergewaltigten Frauen die 'Pille danach' verordnen. Allerdings nur, wenn sie die Befruchtung verhindert und nicht abtreibt. Darauf einigten sich die deutschen Bischöfe auf ihrer Frühjahrsvollversammlung in Trier.

Bischöfe erlauben die 'Pille danach'
Die Deutsche Bischofskonferenz in Trier hat sich darauf verständigt, dass katholische Krankenhäuser Vergewaltigungsopfern die 'Pille danach' verschreiben dürfen.
© dpa, Thomas Frey

Der Kurswechsel in der katholischen Kirche sei möglich geworden, weil neue Präparate mit anderen Wirkweisen auf den Markt gekommen seien, so die Deutsche Bischofskonferenz (DBK).

Die Bischöfe folgen damit der neuen Linie des Kölner Kardinals Joachim Meisner, der die 'Pille danach' erst vor kurzem erlaubt hatte. Dieser war vorgeprescht, nachdem die Behandlung einer vergewaltigten Frau von zwei katholischen Krankenhäusern in Köln abgelehnt worden war. Das hatte große Empörung ausgelöst.

Mehr Frauen in kirchlichen Führungsjobs

Die Bischöfe haben außerdem bei ihrer Versammlung die Weichen für mehr Frauen in kirchlichen Führungsjobs gestellt. Sie verpflichteten sich, "den Anteil von Frauen bei den Leitungspositionen, die die Weihe nicht voraussetzen, deutlich zu erhöhen", wie der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode sagte. Eine Priesterweihe für Frauen bleibt weiter ausgeschlossen.

Derzeit liege der Frauenanteil auf der oberen Leitungsebene der katholischen Kirche bei 13 Prozent, so Bode. Auf der mittleren Ebene seien es 19 Prozent. Die Zahlen zeigten: "Frauen sind noch deutlich unterrepräsentiert." Nach fünf Jahren wollten die Bischöfe prüfen, wie ihre Absichtserklärung umgesetzt worden sei.

"Die katholische Kirche bleibt natürlich eine Männerkirche, trotzdem bewegt sich was", sagte Theologie-Professorin Margareta Gruber. Bei einem Studientag der Bischofskonferenz habe man gespürt, "dass die Bischöfe mehr wollen, als das bisher Erreichte".