Katholische Kirche: Priester sollen als Influencer die sozialen Netzwerke rocken

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9. Mai 2019 - 14:33 Uhr

Gibt's die Sonntagspredigt bei Facebook und Instagram?

Halleluja! Wieviele Follower hätte Jesus wohl auf Youtube gehabt? Das katholischen Erzbistum in Köln verspricht sich von Social Media jedenfalls jede Menge und veranstaltet nun auch eine Schulung dazu für angehende Priester. Sie sollen nicht nur fit im Umgang mit Facebook, Instagram & Co. werden, sondern vielleicht bald sogar selbst als Influencer in den sozialen Medien durchstarten.

Priester-Anwärter: "Die benutzen Codewörter, die ich nicht verstehe"

Shitstorms und Negativschlagzeilen im Netz – damit sollen die Jung-Priester dank des Seminars bald umgehen können. Vor allen Dingen sollen sie die Social-Media-Kanäle aber auch dazu nutzen, mit jungen Leuten in Kontakt zu kommen.  Denn die katholische Kirche hat seit Jahren Probleme, Jugendliche und Kinder für sich zu begeistern.

Im Training erklären die angehenden Priester auch, woran das ihrer Ansicht nach liegt. Viele von ihnen verstehen den Alltag und die Sprache der Jugendlichen nicht und kommen deswegen auch nicht an sie heran. "Die benutzen Codewörter, die ich nicht verstehe", erzählt ein Teilnehmer. Der Umgang mit sozialen Medien soll dabei helfen. Und eigentlich war Jesus ja auch so etwas wie ein Ehrenmann, oder?

Sind soziale Netzwerke Teufelszeug?

Doch damit nicht genug: der Wunsch des katholischen Erzbistums in Köln ist sogar, dass Priester zukünftig selbst als Influencer auf den Smarthphone- und Tabletbildschirme der Jugendlichen auftreten. Statt zwei Stunden die Sonntagspredigt vorzubereiten, könne man auch per Youtube-Video die Botschaften der Kirche verbreiten.

Diakon Christian Jasper hat das erkannt und ist schon länger auf Facebook und Instagram unterwegs. "Die sozialen Medien sind kein Teufelswerk", sagt er. Amen!