Katholikentag: Gauck beklagt "neue Ängstlichkeit" in Deutschland

"Angst kann sich legen", erklärte Bundespräsident Joachim Gauck gegen "Hysterie".
"Angst kann sich legen", erklärte Bundespräsident Joachim Gauck gegen "Hysterie".
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01. Juni 2016 - 15:49 Uhr

"In welcher Gesellschaft wollen wir leben?"

Bundespräsident Joachim Gauck hat "eine neue Ängstlichkeit" in Deutschland beklagt. Angst vor dem Fremden sei zwar allen Gesellschaften irgendwo eigen, aber die Erfahrung zeige, dass sie oft unbegründet sei, sagte der Bundespräsident am Donnerstag beim Katholikentag in Leipzig. Er nahm dort an einer Diskussionsrunde zur Frage: "In welcher Gesellschaft wollen wir leben?" teil. "Angst kann sich legen", sagte Gauck. Leider werde sie zurzeit in Deutschland von Leuten ausgenutzt, die "ihr eigenes Süppchen kochen" und "Hysterie" verbreiten wollten.

"Ein wirklich sprechendes Beispiel dafür sind die Zusammenkünfte in Teilen von Sachsen", sagte Gauck mit Blick auf die Pegida-Demonstrationen. Dabei lebten in dem Bundesland bekanntermaßen nur sehr wenige Ausländer und Muslime. Dort wo bereits viele Moscheen stünden, etwa in Nordrhein-Westfalen und im Großraum Stuttgart, gebe es keine oder viel weniger Vorbehalte. Die Menschen dort lebten eben schon seit vielen Jahrzehnten mit ehemals Fremden zusammen und hätten diese als Bereicherung erfahren.