2019 M01 11 - 13:50 Uhr

Bundeswehr schippt Schnee und verteilt Nahrungsmittel

Bayern versinkt im Schnee: In mehreren Landkreisen wurde schon der Katastrophenfall ausgerufen. Das bedeutet, dass jetzt auch die Bundeswehr mit anpackt, um die Schneemassen in den Griff zu bekommen. Auf vielen Straßen und Bahnstrecken geht gar nichts mehr, Gebäude drohen unter der Schneelast zusammenzubrechen und auch im Wald wird es gefährlich.

Autofahrer verbrachten die Nacht auf der A8

Am Donnerstag (10. Januar) riefen die Behörden für Teile des Landkreises Berchtesgadener Land, für den Landkreis Traunstein sowie für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen den Katastrophenfall aus. Auch im Landkreis Miesbach gilt der Katastrophenfall. Auch das Landratsamt Traunstein will Hilfe der Bundeswehr anfordern. In vielen Landkreisen in Oberbayern und Schwaben fällt die Schule aus, weil der Schulweg in all dem Schnee viel zu gefährlich wird.

Im Raum Berchtesgaden an der Grenze zu Österreich sitzen Hunderte Menschen fest, weil Zufahrtsstraßen gesperrt sind. Auch auf der A8 am Chiemsee im Landkreis Rosenheim ging gar nichts mehr. Die Autobahn musste komplett gesperrt werden. Viele Autofahrer haben dort eine ungemütliche Nacht verbracht. Das Rote Kreuz baute Verpflegungsstützpunkte auf und Helfer gingen den Stau ab, um die Menschen zu versorgen. Laut RTL-Reporter Stephan Richter ging es erst am frühen Morgen gegen 5 Uhr weiter. Oberwiesenthal im Erzgebirge war zeitweise komplett für den Autoverkehr gesperrt. Die Straßen mussten mit schwerem Gerät freigeräumt werden.

"Langsam kommt man hier wirklich an die Kapazitätsgrenze"

Auch die Deutsche Bahn hat massive Probleme. Wann die Züge alle wieder fahren, ist unklar, denn die die Helfer kommen mit dem räumen gar nicht mehr hinterher. Viele Strecken sind darum unterbrochen. Auch Dächer müssen von den Schneemassen befreit werden, weil die Gebäude der Last kaum noch standhalten können. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und weitere Helfer sind im Dauereinsatz. Der TÜV Rheinland warnte davor, selbst den Schnee vom Dach zu holen.

"Langsam kommt man hier wirklich an die Kapazitätsgrenze. Wohin mit dem Schnee, der noch auf der Straße liegt, bzw. noch neu fällt?", berichtet Stephan Richter aus Berchtesgaden. Überall türmen sich die Schneeberge und im Landkreis Fürstenfeldbruck wurden Turnhallen sicherheitshalber geschlossen. Das Risiko, dass die Hallendächer einstürzen, während sich Menschen darin befinden, sei einfach zu groß, erfuhr der Reporter.

Ein Waldspaziergang ist im Moment lebensgefährlich. In Aying bei München starb ein Neunjähriger. Er wurde von einem Baum erschlagen, der unter dem Schnee zusammenbrach. Außerdem herrscht weiterhin große Lawinengefahr. Im Kanton Appenzell der Schweiz rollte eine Schneewalze in ein Hotelrestaurant. Drei Menschen wurden verletzt. Die Suche nach möglichen Vermissten musste am Abend abgebrochen werden. Es schneite so stark, dass die Helfer kaum noch vorankamen. Die größte Hoffnung der Rettungskräfte ist nun, dass die Schneefälle im Laufe des Tages etwas nachlassen.