Kataloniens erbitterter Kampf für die Unabhängigkeit

1. Oktober 2014 - 14:56 Uhr

RTL-Reporter Alexander Oetker berichtet aus Barcelona

Die stolzen Katalanen streben nach Unabhängigkeit. Ein für den 9. November geplantes Unabhängigkeitsreferendum untersagte das spanische Verfassungsgericht kurzerhand. Zehntausende Katalanen gingen daraufhin in Barcelona auf die Straße, um ihren Unmut darüber kundzutun.

Frau im Interview
"Keine Ahnung, ob es gut wird für uns, aber ich würde lieber nicht mehr Spanierin sein", sagt diese Frau im Gespräch mit RTL-Reporter Alexander Oetker.

Über den wirtschaftlichen Nutzen einer Unabhängigkeit der Region im Nordosten Spaniens gibt es geteilte Meinungen. Das unabhängige Katalonien könne nicht weiter Teil der EU bleiben und dies würde viele Firmen wegziehen, lautet die Drohkulisse, die die spanische Regierung aufbaut.

Realismus steht gegen Patriotismus. "Keine Ahnung, ob es gut wird für uns, aber ich würde lieber nicht mehr Spanierin sein", sagt eine Frau RTL-Reporter Alexander Oetker in einer der vielen Tapas-Bars in Barcelona.

Am Montag hatte die spanische Regierung Klage gegen das in Katalonien geplante Unabhängigkeitsreferendum erhoben. Nur sechs Stunden dauerte es, bis diese Klage vom Verfassungsgericht in der spanischen Hauptstadt Madrid zugelassen wurde. Die Regionalregierung in Barcelona entschied zwar der Entscheidung vorerst Folge zu leisten. Umgehend machte sie aber auch klar, dass man ein Verbot nicht einfach akzeptieren werde. "Die katalanische Regierung streicht nicht die Segel", sagte Regierungssprecher Fransesc Homs. "Die Partie ist nicht zu Ende, im Gegenteil."