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Kassenärzte erhalten Rekordhonorar im kommenden Jahr

© dpa bildfunk

05. Oktober 2010 - 17:03 Uhr

Rund eine Milliarde mehr

Deutschlands Kassenärzten ist ein neues Rekordhonorar im kommenden Jahr sicher. Die genaue Höhe ist aber zwischen den Vertretern der Krankenkassen und der Mediziner auch nach dem Ende ihrer Verhandlungen umstritten.

Nach Angaben der Kassen erhalten die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte über eine Milliarde mehr. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) wies die Darstellung als irreführend zurück. "Das stimmt nicht", sagte ein Sprecher in Berlin.

Aus Verhandlungskreisen hieß es sogar, das Honorar steige um bis zu 1,3 Milliarden Euro. Einig waren sich beide Seiten in der Bewertung des gemeinsamen Verhandlungsergebnisses, dass die Ärzte in Bundesländern mit zuletzt geringeren Zuwächsen 500 Millionen mehr bekommen werden.

Dies betrifft dem Vernehmen nach vor allem Bayern, Baden-Württemberg und das Rheinland. Wie sich das Plus auf die Regionen verteilt, ist aber noch Gegenstand weiterer Berechnungen der Ärztevertreter.

Besondere Leistungen sollen besser bezahlt werden

Weitere Steigerungen ergeben sich, weil die Ärzte wegen der steigenden Krankheitshäufigkeit mehr bekommen sollen. Dies ist bereits mit der Gesundheitsreform vorgesehen. Auch sollen besondere Leistungen wie ambulantes Operieren oder Vorsorgeuntersuchungen besser bezahlt werden. Was unterm Strich herauskommt, blieb aber Gegenstand der unterschiedlichen Einschätzungen.

"Insgesamt können die Ärzte im kommenden Jahr mit über einer Milliarde Euro zusätzlichem Honorar rechnen", sagte der Vizechef des Kassenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg. "Bezahlen müssen dies die Beitragszahler über die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge."

KBV- Chef Andreas Köhler forderte von der Bundesregierung ein noch höheres Plus als Ausgleich steigender Krankheitslast. Bereits 2009 war das Honorar der Praxisärzte nach Kassenangaben im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 Prozent auf 30,8 Milliarden Euro gestiegen.

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