Menschenverachtend und homophob?

Kasseler Uniprofessor Ulrich Kutschera legt Revision ein

16. Februar 2021 - 17:24 Uhr

Kasseler Professor möchte Geldstrafe nicht hinnehmen

"Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen", so wird der Kasseler Biologieprofessor Ulrich Kutschera in einem Interview auf der Webseite kath.net zitiert. Weil diese Aussage vom Gericht als hetzerisch und menschenverachtend eingeschätzt wurde, wurde er im August 2020 zu 60 Tagessätzen von je 100 Euro verurteilt. Weil Kutschera das Urteil so nicht hinnehmen wollte, legte er Revision ein. Die Bilder zum Prozess gibt es im Video.

Ein Kollege von der Uni Kassel hatte Anzeige erstattet

Angezeigt wurde Kutschera damals von seinem Kollegen Detlev Buchholz. Er ist Referent an der Uni Kassel und wurde auf das besagte Textinterview aufmerksam. Im Gespräch mit RTL Hessen sagt er: "Weil die Kombination des wissenschaftlichen Anstrichs, der ja diesen Aussagen besondere Legitimation verleihen möchte, was dann zu besonderer Gewalt und Hass führen kann - das finde ich ist eine besondere Schwere der Tat."

Bei der heutigen Verhandlung im Revisionsprozess am Kasseler Landgericht wollte sich der 66-Jährige nicht äußern. Zu den Vorwürfen hat er aber eine klare Meinung: "Es finden sich dort gerade einmal drei bis vier Sätze, die herausgegriffen worden sind, um mich als Homohasser hinzustellen", sagte er in einem Interview im August 2020.

Ulrich Kutschera wird sich weiterhin auf seine ganz eigenen Ansätze stützen. Nun liegt es am Richter zu entscheiden, ob er damit Recht hat.