"Hohes gesundheitliches Risiko"

Verband fordert sofortige Impfungen für Feuerwehrleute

Bisher zählt die Feuerwehr in Priorisierungsgruppe 3, das will der Verband geändert haben.
Bisher zählt die Feuerwehr in Priorisierungsgruppe 3, das will der Verband geändert haben.
© deutsche presse agentur

09. April 2021 - 12:34 Uhr

Im Vergleich: Rettungsdienstmitarbeiter sind bereits geimpft

Der Landesfeuerwehrverband in Hessen fordert eine sofortige Impfmöglichkeit für seine Einsatzkräfte. "Sie setzen sich einem hohen gesundheitlichen Risiko bei direkten Kontakten beispielsweise bei Unfällen, Hilfestellungen für den Rettungsdienst oder Türöffnungen aus", teilt der Verband in Kassel mit. Mitarbeiter des Rettungsdiensts, die an denselben Einsatzstellen tätig seien, seien bereits geimpft worden.

Bisher nur Antigen-Schnelltests zur Absicherung

Nach Auskunft des Innenministeriums in Wiesbaden gehören Feuerwehrleute zur dritten Priorisierungsgruppe. Ihnen würden nun 600.000 Antigen-Schnelltests zur Verfügung gestellt, damit etwa Übungen "noch sicherer durchgeführt werden können", wie es in der Mitteilung heißt.

Laut Feuerwehrverband haben die freiwilligen Feuerwehren in ihrer Ausbildung pandemiebedingt viel auf Onlinekurse gesetzt. "Die praktischen Einsatzübungen haben gelitten, da gibt es Nachholbedarf", sagte der Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbands Hessen in Kassel, Harald Popp, am Donnerstag. "Wenn eine Feuerwehr zum Beispiel eine neue Drehleiter bekommt, kann man zwar viel in der Theorie lernen, aber man muss sie in der Praxis ausprobieren." Im vergangenen Frühjahr seien die Einsatzübungen zunächst eingestellt worden, derzeit werde in sehr kleinen Gruppen unter Einhaltung der Hygienevorschriften geübt.

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Weniger Auszubildende

Die Vorsitzende der SPD-Fraktion im hessischen Landtag, Nancy Faeser, hatte moniert, es gebe derzeit einen "faktischen Ausbildungsstopp für die freiwilligen Feuerwehren in Hessen". Mit Hinweis auf die Corona-Pandemie fänden an der Landesfeuerwehrschule seit einem halben Jahr praktisch keine Lehrveranstaltungen für die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren mehr statt. Laut Verbandsgeschäftsführer Popp kann jedoch nicht pauschal von einem "Ausbildungsstopp" gesprochen werden. "Es ist einfach weniger geworden", sagte er. In den 2600 freiwilligen Feuerwehren in Hessen sind laut Verband 72.000 Männer und Frauen als Einsatzkräfte tätig.

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