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Bargeld und Sparbuch Jahre später entdeckt

Im Oldtimer gefunden: Ehrlicher Finder gibt 22.000 Euro zurück

05. März 2021 - 10:23 Uhr

Im Video: Das Treffen zwischen ehrlichem Finder und Glückspilz

Uwe Cechowitz ist Geldtransporteur. Vier Jahre lang fuhr der Mann aus Kassel in seinem Auto 5.000 Euro spazieren, ohne etwas davon zu ahnen. Außerdem ein Sparbuch mit satten 17.000 Euro Guthaben darauf. Als er den kleinen Schatz zufällig entdeckt, weiß er sofort, was er zu tun hat: er bringt seinen Fund zur Polizei. Die benachrichtigt den Besitzer Siegfried Lippmann-Schulz, der völlig aus dem Häuschen ist. Das Treffen zwischen ehrlichem Finder und Glückspilz – in unserem Video.

Jahrelang fuhr er das Geld durch die Gegend

Cechowitz findet die Scheine und das Sparbuch vor wenigen Tagen, als er seinen alten Renault R5 aufräumt. Er staunt nicht schlecht, als er sieht, wie viel es ist – zusammen etwas mehr als 22.000 Euro. Das liegt unter der Fußmatte seines gebraucht gekauften Oldtimers. Er zögert keine Sekunde. "Meine Mutter hat immer gesagt, was dir nicht gehört, behältst du auch nicht", erklärt er unserem Reporter. Da es nicht sein Geld war, habe es auch keinen Wert für ihn gehabt.

Finder
Uwe Cechowitz freut sich über einen Blumenstrauß - und den Finderlohn.

Er schmunzelt beim Gedanken, jahrelang mit so viel Geld im Auto unterwegs gewesen zu sein. "Vor einiger Zeit habe ich mit einem Kumpel einen Roadtrip gemacht", erzählt der 50-Jährige. Sie hätten sehr sparsam gelebt, hatten "eine knappe Reisekasse". "Dabei hatten wir eine schöne Stange Geld dabei", was jetzt aber dank seiner ehrlichen Art nun doch bei seinem rechtmäßigem Besitzer ist.

Als die Polizei anrief, dachte der Besitzer an Trickbetrüger

Als er sich bei der Polizei meldet, reagieren die Beamten überrascht, denn so ein Fall ist ihnen noch nicht untergekommen. Weil auf dem der Name des Besitzers steht, ist die Sache schnell aufgeklärt. Siegfried Lippmann-Schulz lebt in Niedersachsen, er hat vor einigen Jahren den Umschlag und das Geld in dem Wagen versteckt. Und schlichtweg vergessen. Als sich die Polizei bei ihm meldet, denkt er anfangs an Trickbetrüger, fragt mehrfach nach, ehe er sicher ist, dass ihn niemand auf den Arm nehmen will.

Übergabe bei der Polizei Kassel
Siegfried Lippmann-Schulz und seine Frau Cornelia holen ihren Besitz bei der Polizei in Kassel ab.

Wir treffen ihn in Kassel, als er sein Eigentum bei der Polizei abholt. Er erzählt, wie ihm es damals überhaupt abhandengekommen ist – vermutlich. "Wir sind damals umgezogen und haben auch eine Scheune mit Fahrzeugen aufgelöst." Ständig kamen Interessenten zu Probefahrten, da habe er wohl in der Hektik Geld und Sparbuch schnell hinter den Beifahrersitz unter die Matte gesteckt, wo sie Uwe Cechowitz vier Jahre später findet.

Blumen und ein großzügiger Finderlohn

Siegfried Lippmann-Schulz lässt es sich nicht nehmen, dem ehrlichen Finder einen Besuch abzustatten, um persönlich Dankeschön zu sagen. Er hat einen großen Blumenstrauß mitgebracht. Darüber freut sich Uwe Cechowitz. Ebenso wie über den Finderlohn, 2.210 Euro, die ihm Cornelia Lippmann-Schulz überreicht. "Das Geld können sie jetzt ins Auto stecken, wenn sie möchten", sagt sie schmunzelnd. "Ich glaube, dass mache ich wirklich", sagt Cechowitz. "Es scheint ja ein Glücksbringer zu sein, also sollte man es auch erhalten."

Cornelia Lippmann-Schulz und ihr Mann Siegfried wissen schon, was sie mit dem unverhofften Geldsegen anstellen werden. "Wir bekommen ein Enkelkind", sagt die angehende Oma. Und da sei Geld immer willkommen – vielleicht schenken sie dem Baby sogar ein Sparbuch.

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