Vom Azubi zum Stationsleiter

In diesem Kasseler Krankenhaus regiert der Pfleger-Nachwuchs!

06. April 2021 - 17:35 Uhr

Ausbildung mal anders

Dass in der Pflege ein Notstand herrscht, ist nichts Neues. Doch gerade in Zeiten von Corona kommen die Pflegerinnen und Pfleger immer häufiger an ihre Belastungsgrenzen. Pflegenachwuchs wird dringend benötigt! Mit welchem spannenden Projekt die Azubis an der Diakonie-Klinik in Kassel praxisnah ihren Beruf erlernen – im Video.

Agaplesion Diakonie-Klinik Kassel: Mehr Praxisnähe geht nicht!

Das Ausbildungsprojekt "Jetzt leiten wir" hat sich bewährt: Bereits zum dritten Mal führt die Agaplesion Diakonie-Klinik in Kassel die Schülerstation durch. Im letzten Lehrjahr übernehmen die Auszubildenden vier Wochen lang Verantwortung vor allem in administrativen Bereichen. Jakob ist vom Azubi zum Stationsleiter der Geriatrie aufgestiegen: "Heute ist ein Tag mit großer Visite, wo die Unfallchirurgen durchkommen, da muss man halt gucken, dass alle Patienten mit offenen Verbänden im Bett sitzen und das wird dann immer wuseliger, und das ist dann schon immer stressig," beschreibt der 21-Jährige seine neue Tätigkeit.

Stress steht wohl gerade in Corona-Zeiten auf der Tagesordnung der Pflegekräfte, egal ob jung oder alt. Umso wichtiger, dass eine Ausbildung sie auf diese Situationen vorbereitet.

"Das könnte ich nicht machen!" - Pflegejob mit Imageproblem

In deutschen Krankenhäusern herrscht Personalmangel, zu wenige möchten den Beruf eines Pflegers erlernen. Dass der Job des Gesundheits- und Krankenpflegers ein Imageproblem hat, bemerkt auch Azubi Jakob in seinem Umfeld: "Das ist auch tatsächlich nervig, wenn man den Leuten das erzählt. Dann sagen sie: 'Och, Respekt, könnt ich nich' machen!' Aber es könnten noch viel mehr machen, die haben es nur noch nie ausprobiert."

Er wünscht sich, dass noch viel mehr Menschen Pfleger werden, aber auch mehr Wertschätzung erhalten - denn spätestens seit dieser Krise wissen wir: Ihr Job ist #nichtselbstverständlich.

Autor TV-Beitrag: Tim Ellrich - freut sich, dass der Pflegeberuf gerade wieder die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient, denn der ist #nichtselbstverständlich.