Vettel kritisiert Paydriver-Mentalität

„Kasse statt Klasse“: Vettel sauer über Hülkenberg-Aus

2. Dezember 2019 - 14:42 Uhr

Vettel kann Hülkenbergs Aus nicht nachvollziehen

Das Formel-1-Aus für Nico Hülkenberg ist für etliche Fahrer im Formel-1-Feld nur schwer nachvollziehbar. Sebastian Vettel nahm die Demission des Hulk zum Anlass für eine massive Kritik an der Paydriver-Mentalität einiger Teams der Königsklasse.

"Kasse statt Klasse"

"Es ist schade, dass Nico keinen Sitz bekommen hat. Ich glaube, er hat die Klasse, um hier zu fahren. Aber leider ist die Klasse nicht immer entscheidend, sondern auch die Kasse", klagte der viermalige Weltmeister.

Vettel bezog sich damit auf zahlreiche Piloten, die ihr Cockpit dank Sponsorengeldern mitfinanzieren und die wenigen verfügbaren Sitze blockieren.

Grosjean, Magnussen und Giovinazzi blockieren Plätze

Hülkenberg war nach seinem Aus bei Renault unter anderem bei Haas nicht untergekommen, weil die dortigen, oftmals wenig überzeugenden Stammfahrer Romain Grosjean und Kevin Magnussen deutlich billiger zu haben sind.

Ähnlich sah es bei Alfa aus, wo Antonio Giovinazzi nicht nur Gelder mitbringt, sondern auch von Motorpartner Ferrari protegiert wird.

"Ich hoffe, dass sich in der Hinsicht der Sport wieder ändert und gesünder wird. Das Verhältnis passt im Moment nicht", sagte Vettel.

Kollegen seit Kindheitstagen

Der deutsche Formel-1-Rennfahrer Nico Hülkenberg (r) von Williams und der deutsche Formel-1-Rennfahrer Sebastian Vettel von Red Bull jubeln nach dem Qualifying am Samstag (06.11.2010) vor dem Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo. Das Formel-1-Renn
Über viele Jahre gemeinsam in der Formel 1: Sebastian Vettel (l.) und Nico Hülkenberg
© dpa, Jan Woitas

Die Duelle mit Hülkenberg wird Vettel vermissen. "Nico wird auf jeden Fall fehlen. Ich bin mit ihm Rennen gefahren, seit ich mich erinnern kann. Schon als Kind und Jugendlicher. Wir haben uns immer duelliert", sagte Vettel, der wie sein zuletzt letzter deutscher Kollege Jahrgang 1987 ist und schon zu jugendlichen Kart-Zeiten gegen Hülkenberg gefahren war,

2020 ist Vettel letzter deutscher Vertreter in der Königsklasse, 2010 standen mit Vettel, Hülkenberg, Nico Rosberg, Nick Heidfeld, Timo Glock und Adrian Sutil noch sieben Deutsche im Grid.