Kaschmir: Neue Kämpfe zwischen Indien und Pakistan

Der indische Ministerpräsident Narendra Modi sagte im August Friedensgespräche mit Pakistan ab. (Archivbild)
Der indische Ministerpräsident Narendra Modi sagte im August Friedensgespräche mit Pakistan ab. (Archivbild)
© REUTERS, DANISH SIDDIQUI

06. Januar 2015 - 19:43 Uhr

Tausende Inder fliehen aus Dörfern

In der zwischen Indien und Pakistan seit Jahrzehnten umstrittenen Region Kaschmir sind heftige Kämpfe neu ausgebrochen. Tausende Inder flohen aus ihren Dörfern. Rund 6.000 Zivilisten aus dem indischen Teil Kaschmirs seien auf der Flucht, weil sich die Kämpfe auf deren Wohngebiete ausgedehnt hätten, sagte ein Vertreter der Region Jammu. Zu Beginn der Auseinandersetzungen in der vergangenen Woche hätten bereits 4.000 Menschen ihre Heimatorte verlassen.

Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan, die beide Atomwaffen besitzen, eskalieren seit der Absage von Friedensgesprächen durch den indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi im August. Im Oktober begannen die ersten Scharmützel an der Grenze. In der vergangenen Woche kamen mindestens zehn indische und pakistanische Soldaten sowie Zivilisten ums Leben. Ein Augenzeuge sprach von einer kriegsähnlichen Situation. "Wir sind gerade noch so entkommen", sagte der 54-jährige Sham Kumar aus dem Dorf Sherpur. Die pakistanischen Truppen setzten Waffen mit großer Reichweite ein. Indien und Pakistan führten bereits zwei Kriege um die vor allem von Muslimen bewohnte Region Kaschmir.