Spitzenfrauen reden Klartext

Karriere mit Hindernissen: Wie sich Deutschlands Top-Managerinnen an die Spitze durchboxen müssen

02. Juli 2020 - 13:53 Uhr

Frauen in Führungspositionen erzählen über Macht, Familie und den Unmut der Männer

Im neuen Podcast "Die Boss – Macht ist weiblich" sprechen Frauen in Führungspositionen ehrlich über ihre krassen Erfahrungen beim Erklimmen der Karriereleiter. Sie erzählen hautnah, welche Diskriminierungen sie erlebt haben und wie sie Karriere und Familie miteinander vereinbaren.

Die Gleichberechtigung von Frauen liefert seit Langem Zündstoff für Diskussionen. Jetzt geben Top-Mangerinnen und Chefinnen ganz neue Einblicke hinter die Kulissen ihrer Arbeitswelten. Im Stern-Podcast "Die Boss – Macht ist weiblich" spricht Simone Menne, Multi-Aufsichtsrätin und Ex-Lufthansa-Finanzvorständin mit ihnen - ohne Tabus. Für die erste Folge ihres "Die Boss"-Podcasts hat Simone Menne die Deutsche-Bahn-Managerin Sigrid Nikutta getroffen.

„Im Unternehmen wurdest du behandelt, als wären Teile deines geistigen Denkvermögens abgeschaltet“

Simone Nikutta erzählt, wie diskriminierend sie in einem Unternehmen während ihrer Schwangerschaft behandelt wurde: "Ich fand es ganz schwierig während der Schwangerschaften. Nicht körperlich schwierig, aber die Behandlung. Im Unternehmen wurdest du ab dem Zeitpunkt behandelt, als wären Teile deines geistigen Denkvermögens abgeschaltet."

Nikutta ist ehrgeizig, seit kurzem im Bahn-Vorstand. Schon früh wollte sie dahin – trotz aller Widerstände: "Zum Anfang meiner Karriere dachte ich, es kommt wirklich ausschließlich auf die Leistung an. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass es doch einen großen Unterschied macht, ob du es als Frau oder als Mann machst"

Und genau die Erfahrung sollte sie dann auf ihrem Karriereweg machen: "Es gab bei meinen letzten Schwangerschaften in Berlin eine öffentliche Diskussion, wie ich es verantworten könnte, einfach weiterzuarbeiten. Man wollte mich nahezu dazu zwingen, doch jetzt endlich ruhiger zu sein und mich zu Hause um die Kinder zu kümmern. Es erinnerte mich manchmal nahezu an das Mittelalter."

Zum Anfang meiner Karriere dachte ich, es kommt wirklich ausschließlich auf die Leistung an. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass es doch einen großen Unterschied macht, ob du es als Frau oder als Mann machst"

In der nächsten Folge: Als Schiedsrichterin in der Fußballbundesliga

In den kommenden Folgen unterhält sich Simone Menne unter anderem mit Bibiana Steinhaus über ihre Erfahrungen als einzige Schiedsrichterin in der Fußballbundesliga der Männer. In einer anderen Folge erhält sie von Doris Henne-Bruns, die als erste Ärztin einen Lehrstuhl in der Chirurgie erhalten hat, ehrlich Einblicke über Ungerechtigkeiten, Karriere und Ziele als Frau in der Medizin.