Haupttäter bleibt in U-Haft

Augsburger Feuerwehrmann getötet: Sechs Verdächtige kommen frei

Trauer am Königsplatz Augsburg
Sechs Verdächtige sollen die Untersuchungshaft wieder verlassen.
puc pil, dpa, Stefan Puchner

Familienvater am 6. Dezember getötet

Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen: Familienvater Roland S. (49) wurde am 9. Dezember bei einer Schlägerei am Augsburger Königsplatz getötet. Der 17-jährige Halid S. sowie sechs weitere mutmaßliche Mittäter wurden angeklagt. Doch jetzt die überraschende Wendung: Alle sechs Mittäter dürfen die Untersuchungshaft verlassen, so die Entscheidung von Karlsruher Richtern. Nur der Haupttäter bleibt weiterhin in U-Haft.

Ein Mittäter legte Beschwerde ein

Felix Dimpfl, Anwalt eines 17-jährigen, der wegen Beihilfe zum Totschlag in Untersuchungshaft saß, hatte zuvor eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Die Richter gaben dem statt: Der Beschuldigte sei "in seinem Grundrecht auf Freiheit der Person verletzt", befanden die Bundesrichter.

Verteidiger Dimpfl zeigte sich mit der Entscheidung sehr zufrieden: "Ich war der festen Überzeugung, dass es so nicht geht wie in Augsburg", sagte er. Der Antrag sei gestellt worden, weil es keinen hinreichenden Tatverdacht gegeben hätte. "Die Anwesenheit allein ist kein Strafbestand und auch keine Beihilfe", so Dimpfl weiter.

Aus Gleichbehandlungsgründen sei auch die Aufhebung der fünf restlichen Haftbefehle beantragt worden, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft

Urteil kommt weiteren Verdächtigen zugute

​Das Verfassungsgericht sei mit dem Oberlandgericht nicht auf einem Nenner. Es würden die "erforderlichen Begründungstiefen" fehlen, die für einen Haftbefehl notwendig wären. Das OLG hatte die Haftbefehle mit "gruppendynamischen Prozessen" begründet, was dem Verfassungsrichter aber nicht ausreiche. Viel eher hätte man eine konkrete Tatbeteiligung jedes einzelnen Mittäters darlegen und begründen müssen.

Beim Haupttäter Halid S.( (17) ist das anders. Er wurde wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Polizei erschüttert von der tödlichen Tat

Die Polizei war von der Brutalität des der tödlichen Tat erschüttert: "Der Schlag war unvermittelt, mit voller Wucht von der Seite und tödlich", so hieß es in einer Pressekonferenz. Der Feuerwehrmann war mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar auf dem Weg nach Hause. Dann geriet Roland S., der privat unterwegs war, an die jungen Männer. Dabei kam es zu einer Auseinandersetzung und dem tödlichen Schlag gegen den Kopf. Eine Zeugin erzählt im Video, wie sie die Tat erlebt hat.

Der Angriff hat nur 20 Sekunden gedauert
02:06 min
Der Angriff hat nur 20 Sekunden gedauert

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