SPD-Experte: Strengerer Corona-Lockdown bundesweit unumgänglich

Lauterbach: Mutations-Drama in Flensburg zeigt, was uns drohen könnte

Karl Lauterbach, SPD.
Karl Lauterbach, SPD.
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20. Februar 2021 - 12:10 Uhr

Stadt zeige, was Deutschland drohe, wenn sich die Covid-19-Mutante B.1.1.7. ausbreite

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sieht in der Ausbreitung von Virus-Mutanten in Flensburg eine Blaupause für ganz Deutschland. Die schleswig-holsteinische Stadt zeige, was drohe, wenn sich die Mutante B.1.1.7. ausbreite, twittert er. Lauterbach hält einen strengeren Kurs für ganz Deutschland für nötig, um die Ausbreitung der Mutationen zu unterbinden: "Verhindern kann das nur strikter Lockdown bis wir klar unter Zielinzidenz von 35 liegen." Dann bildeten sich weniger Cluster, eine Kontrolle der Kontaktpersonen sei dann möglich.

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33 Prozent der Corona-Infektionen in Flensburg auf B.1.1.7 zurückzuführen

Derzeit rangiert die Stadt Flensburg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von rund 185 auf dem achten Rang unter den Kreisen und kreisfreien Städten. Auch der Kreis Schleswig-Flensburg ist mit einer Inzidenz von knapp 80 stark betroffen. Schleswig-Holstein weist insgesamt eine Inzidenz von nur 52 auf und steht damit im Vergleich zu anderen Bundesländern gut da.

Ministerpräsident Daniel Günther hatte am Mittwoch gesagt, in fast allen Regionen Schleswig-Holsteins gingen die Infektionszahlen zurück. "Wir haben aber eine Sonderlage in der Stadt Flensburg und dem Kreis Schleswig-Flensburg." Vor allem die Infektionszahlen in der Stadt gäben "Anlass zu großer Sorge". Nach Angaben von Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange gehen 33 Prozent der Neuinfektionen in der Stadt auf B.1.1.7 zurück.

Nächtliche Ausgangssperre und eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen

Schleswig-Holsteins Landesregierung beschloss für Flensburg und den Kreis Schleswig-Flensburg wegen der stark steigenden Neuinfektionszahlen eine nächtliche Ausgangssperre und eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen. Zwischen 21 und 5 Uhr bedarf es triftiger Gründe, um das Haus verlassen zu dürfen. Zudem sind private Treffen vorerst gänzlich untersagt. Die strengen Regeln treten am Samstag für eine Woche in Kraft. Im ganzen Kreis werden zudem anders als im Rest des Bundeslandes auch die Schulen nicht am 22. Februar wieder öffnen. In den Kitas bleibt es ebenfalls weiterhin bei einer Notbetreuung.

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