Karl-Heinz Rummenigge macht den DFB und seinen Boss Reinhard Grindel rund

© dpa, Martin Rose

20. Juli 2018 - 19:55 Uhr

'Killer-Kalle' macht seinem Ruf mal wieder alle Ehre

Donnergrollen aus München ist man gewohnt – nicht nur politisch gesehen. Im Nachklang zur WM hat Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge gegen den Deutschen Fußball-Bund und gegen DFB-Präsident Reinhard Grindel das schweres Geschütz aufgefahren.

Nur noch Amateure beim DFB

ARCHIV - 15.06.2018, Russland, Moskau: Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußballbundes, spricht auf einer Veranstaltung des Goethe Institutes während einer Pressekonferenz. (Zu dpa «Deutsche WM-Debatte kocht weiter» vom 16.07.2018) Foto: Fris
Reinhard Grindel ist ins Visier von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge geraten
© dpa, Friso Gentsch, frg skm hpl som hak jhe som

Karl-Heinz Rummenigge hat bei einer Veranstaltung in München zu Ehren von Jupp Heynckes zum großen Rundumschlag gegen den DFB und seinen Boss Reinhard Grindel ausgeholt. "Mir fehlt im Moment die klare professionelle Handhabe der Krisensituation. Es wundert mich aber auch nicht, der DFB ist nur noch durchsetzt von Amateuren. Mir fehlt da die Fußball-Kompetenz", sagte der 62-Jährige. Rumms!

​Weiter kritisierte Rummenigge das Gebaren des Verbandes im Umgang mit dem Debakel bei der WM. Man habe "die ganzen Landesfürsten eingeladen haben und die dann offensichtlich mit viel Valium erstmal beruhigt. Aber das ist nicht der Ansatz beim DFB, eine Krise zu bewältigen, wie man sie bei der WM erlebt hat." Rumms!!

Karl-Heinz Rummenigge bringt Philipp Lahm in Spiel

Obwohl der Vorstandsboss des FC Bayern offensichtlich gar nichts von seinem Pendant hält, schenkte er sich die Forderung nach einem personellen Wechsel an der Spitze des Verbandes. "Ich fordere gar nichts, ich stelle nur fest, dass beim DFB komplett Amateure das Geschehen übernommen haben und da spielen natürlich Leute wie Rainer Koch und einige Landesfürsten eine Rolle", so 'Killer-Kalle' der aber gleichzeitig Philipp Lahm für eine Rolle als Vizepräsident in Stellung brachte.

Bundestrainer Joachim Löw blieb von einer bajuwarischen Watschn aber verschont: "Er hat zwölf Jahre einen überragenden Job gemacht, er war siebenmal in einem Halbfinale, ist Weltmeister geworden, einem solchen Mann ist man ein Stück weit zur Dankbarkeit verpflichtet."

Reinhard Grindel reagiert deeskalierend

Grindel reagierte diplomatisch auf die Angriffe des Bayern-Bosses. Der DFB-Präsident wollte nach dem Vorwurf nicht weiter Öl ins Feuer gießen.

Das DFB-Präsidium arbeite "sehr gut" mit Vertretern von Bundesliga und Amateurfußball zusammen, es bestehe Einigkeit "über den Weg, den wir gehen wollen".

"Auch ich persönlich arbeite mit Karl-Heinz Rummenigge sehr gut zusammen", so Grindel, "und ich bin ganz sicher, dass wir an dieser guten Zusammenarbeit auch festhalten werden."