Kapstadt: Elektronisches Feld vor Küste – Strom soll vor Hai-Attacken schützen

18. April 2015 - 20:55 Uhr

RTL-Reporterin Nicole Macheroux-Denault berichtet aus Kapstadt

Im vergangenen Jahr wurden weltweit 125 Menschen von Haien angegriffen – eine verschwindend geringe Zahl, wenn man sie zum Beispiel mit Verkehrstoten vergleicht. Doch jede Hai-Attacke löst große Ängste aus und schadet den betroffenen Touristenregionen massiv. Haie werden deshalb gejagt, sterben grausam in Schutznetzen. In Südafrika wird jetzt eine Art elektrisches Gitter getestet, um Schwimmer zu schützen.

Schwachstrom soll vor Haien schütze
Jährlich sterben in Südafrika sechs Menschen durch Hai-Angriffe - im Vergleich zu den Verkehrstoten wenig, aber schlecht fürs Image.

Paul de Blerk probiert mit einem Team in der Bay von Glencairn die neue Technik aus: Dabei sieht man vom Land aus nur zwei Bojen. Unter Wasser haben die Wissenschaftler eine Art elektrischen Zaun errichtet – 100 Meter lange, vertikale Steigleitungen, die ein schwaches elektrisches Feld kreieren. Dies ist zu schwach, dass ein Mensch es fühlen könnte, jedoch unangenehm stark für sensible Haie. Denn so wie Hunde gut riechen, nehmen Haie elektrische Reize extrem empfindlich wahr.

In den teuren Hai-Netzen unter Wasser verfangen sich bisher nicht nur Haie, sie verletzen auch viele andere Tiere. Aber besonders in Südafrika, wo in einem empfindlichen Ökosystem so viele Meerestiere zusammenleben, könnte das Experiment des Unterwasser-Elektrozauns viele Leben retten – von Mensch und Tier.