Kapitän der 'Costa Concordia': Staatsanwälte fordern 2.697 Jahre Haft

13. Januar 2013 - 9:36 Uhr

Weiter Hausarrest für den Kapitän

Der Kapitän des verunglückten Kreuzfahrtschiffes 'Costa Concordia', Francesco Schettino, muss nicht zurück ins Gefängnis. Ein Florentiner Gericht bestätigte den Hausarrest für den Beschuldigten. Es lehnte somit Anträge der Staatsanwaltschaft wie der Verteidigung ab, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Kapitän der 'Costa Concordia': Staatsanwälte fordern 2697 Jahre Haft
'Costa Concordia'-Kapitän Schettino: 2.697 Jahre Knast?
© dpa, Rolf Niemeyer

Die zuständige Ermittlungsrichterin hatte in den Tagen nach der Havarie vom 13. Januar 2012 die Haft für Schettino überraschend in einen Hausarrest umgewandelt. Die Staatsanwaltschaft hält wegen drohender Fluchtgefahr und der Schwere der Vorwürfe eine Haft jedoch für erforderlich.

Dem Kapitän werden mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen des Kreuzfahrtschiffes während der nächtlichen Evakuierung vorgeworfen. Laut der italienischen Zeitung 'Il Messaggero' fordert die Staatsanwaltschaft insgesamt 2.697 Jahre Haft. Seine Verteidiger wollen den Hausarrest aufheben und fordern seine Freilassung. Er selbst kann sich sogar vorstellen, wieder zur See zu fahren. Der Prozess gegen den Kapitän soll etwa sechs Jahre dauern.

Nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs vor der toskanischen Insel Giglio wurden bislang siebzehn Leichen geborgen. Noch werden fünfzehn Menschen vermisst, darunter sechs Deutsche. Die Vorbereitungen für ein Abpumpen der 2.300 Tonnen Treibstoff - überwiegend Schweröl - aus den Tanks des Schiffes sind wegen schlechten Wetters noch unterbrochen.