Entscheidet der "Brücken-Lockdown" die K-Frage?

Kanzlerkandidatur: Für Laschet wird es eng

Laschet nach CDU-Präsidium
Laschet nach CDU-Präsidium
© dpa, Michael Kappeler, mkx kde

07. April 2021 - 10:09 Uhr

von Henning Werle

Bisher spielte CDU-Chef Armin Laschet eher im "Team Lockern", jetzt wechselt er ins "Team Lockdown". Sein Vorstoß eines "Brücken-Lockdown" kommt überraschend und sorgt für viel Kritik. In die Offensive im Rennen um die Kanzlerkandidatur kommt er damit nicht.

Laschet: Lage sei "viel zu ernst für Spielchen"

Sein Vorschlag habe mit der Kanzlerkandidatur und Parteipolitik nichts zu tun, sagte Laschet im ZDF-Morgenmagazin. Die Lage sei "viel zu ernst für diese Spielchen."

Aber Laschet weiß auch: Das "Spielchen" geht trotz allem weiter, und momentan läuft es nicht gut für ihn. Seit Wochen kommt der CDU-Chef nicht aus der Defensive: Erst die Maskenaffäre bei CDU/CSU und verlorene Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Dann die deutliche Kritik von der Kanzlerin an seinem Corona-Kurs. Der NRW-Ministerpräsident verstoße gegen die vereinbarte Notbremse, hatte Merkel vergangene Woche geklagt.

Jetzt schwenkt Laschet mit seinem "Brücken-Lockdown" plötzlich auf Merkel-Kurs. Den verfolgt sein Konkurrent um die Kanzlerkandidatur, der bayrische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), schon länger - und führt seit Wochen in Umfragen vor Laschet. Söder forderte am Wochenende, die Kanzlerin müsse bei der K-Frage mitentscheiden.

Laschet dagegen will beim ursprünglichen Plan bleiben. Heißt: Zwischen Ostern und Pfingsten sollen er und Söder die Entscheidung treffen, wer für die Union antritt. Es solle derjenige Kanzlerkandidat von CDU und CSU werden, der die besten Aussichten hat, in ganz Deutschland die Wahl zu gewinnen, sagt Laschet.

Politik-Experte: Söder hat derzeit die besseren Chancen

 Armin Laschet und Markus Söder beim Wahlkampfauftakt der CDU und CSU zur Europawahl 2019 in der Halle Münsterland. Münster, 27.04.2019 *** Armin Laschet and Markus Söder at the start of the election campaign of the CDU and CSU for the European elect
Armin Laschet und Markus Söder (Foto: Archiv)
© imago images/Future Image, Jens Krick, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Momentan scheint die ungeklärte Kanzlerkandidatur Laschet in den Umfragen eher zu schaden und Söder zu nützen. Politikwissenschaftler Marcel Winter sieht im RTL-Interview Söder vorne. Der zeige Führung und "er zeigt den Menschen eine Perspektive auf, wie er mit dieser Pandemie umgehen will. Er hadert nicht so sehr wie Laschet. Nach meinem Dafürhalten sind die Chancen für Markus Söder derzeit deutlich besser als die von Armin Laschet."

Die Union müsse jetzt schnellstmöglich klären, wer Kanzlerkandidat wird. Nur so könnten CDU und CSU zu einer Geschlossenheit finden, so der Experte.

Eine (Vor-) Entscheidung könnte schon am kommenden Sonntag fallen. Dann trifft sich die Bundestagsfraktion von CDU und CSU zu einer Klausurtagung. Im Anschluss hat die Fraktion zu einer Pressekonferenz eingeladen. Mit dabei: Armin Laschet und Markus Söder.