Kanzlerkandidat Martin Schulz im Interview: "Die SPD hat das Gefühl, wir können das schaffen"

"Martin Schulz wird Kanzler"

Die SPD ist wie im Rausch. 100 Prozent Zustimmung für Martin Schulz als Parteichef. Ein Ergebnis, das Euphorie spiegelt, Aufbruchsstimmung, Hoffnung auf einen Wechsel. "Martin Schulz wird Kanzler", ist sich dann auch Ex-Parteichef Sigmar Gabriel nach der Krönungsmesse für seinen Nachfolger sicher

Hoffnungen, Erwartungen, Forderungen

Doch an den Hoffnungsträger Schulz knüpfen sich auch Erwartungen und Forderungen, vor allem von denen, die nötig sind, um den Kanzlertraum wahr zu machen: die Grünen, die Linke, die Union. Auch wenn Schulz die SPD auf Augenhöhe mit der CDU/CSU bringt, einen Partner braucht er zum Regieren. Er muss einen enormen Spagat hinkriegen, wenn er keinen der potentiellen Partner vor den Kopf stoßen will.

So kritisierte Linken-Chefin Katja Kipping in der 'Neuen Osnabrücker Zeitung', auffällig an Schulz' Parteitagsrede seien vor allem die Leerstellen gewesen. Sie stellt klar, dass Forderungen aus den Reihen ihrer Partei berechtigt seien: "Ohne uns wird Martin Schulz kein Kanzler werden." Der Co-Vorsitzende Dietmar Bartsch forderte eine Absage an die Große Koalition.

"Ihm ist die SPD-Party wichtiger"

SPD in Berlin GER, Berlin, 20170319, Berlin, außerordentlicher Bundesparteitag der SPD in der Arena Berlin-Treptow, Martin Schulz wird mit 100ls Parteivorsitzender gewählt und tritt als Kanzlerkandidat der SPD bei der Bundestagswahl 2017 anSPD in Ber
Schulz: Mister 100 Prozent
imago stock&people, imago/Gerhard Leber

Die Union hingegen versucht Schulz in die Große Koalition einzubeziehen - trotz der Tatsache, dass er nicht einmal für die SPD im Bundestag sitzt, geschweige denn ein offizielles Amt in der Großen Koalition innehat. "Herr Schulz macht sich einen schlanken Fuß", sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer der 'Bild'-Zeitung. "Im Koalitionsausschuss hätte Schulz die Chance auf ganz konkrete politische Arbeit, aber ihm ist die SPD-Party wichtiger."

Umso wichtiger wird das sein, was Schulz selbst sagt, unter anderem im Interview mit RTL-Reporterin Heike Boese.