Spreng: NRW-Ministerpräsident könne nicht "Krise"

Kanzlerkandidat Armin Laschet? Für Wahlkampfmanager unvorstellbar

Reiner Haseloff, Ministerpraesident des Landes Sachsen-Anhalt, CDU, Armin Laschet, Ministerpraesident des Landes Nordrh
© imago images/Jens Schicke, Jens Schicke via www.imago-images.de, www.imago-images.de

03. Juli 2020 - 17:33 Uhr

"Ich sehe ihn nicht mehr als Kanzlerkandidaten"

Michael Spreng, Wahlkampfmanager Edmund Stoibers im Jahr 2002, hält den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) wegen seines Corona-Krisenmanagements für politisch "schwer beschädigt"und als Kanzlerkandidat der Union für nicht vorstellbar. Das berichtet der "Spiegel" vorab. "Es gibt Politiker, die können Krise, und solche, die keine Krise können. ­Laschet gehört zur zweiten Kategorie", sagt Spreng in der aktuellen Ausgabe. Laschet agiere "widersprüchlich und unsicher", er schlängele sich durch. "Ich sehe ihn nicht mehr als Kanzlerkandidaten", so Spreng.

Image klebe Politikern schnell an

Laschets Schwächen, so der frühere Wahlkampfberater, würden schon bei seinen Äußerlichkeiten beginnen: "Die Mimik, die Sprache, die mangelnde Körperspannung – Laschet wirkt einfach nicht wie ein politischer Leader", sagt Spreng. "Ich weiß nicht, wie Laschet sich noch einmal berappeln will bis Dezember."

Ein Image klebe Politikern schnell an, es zu verändern dauere aber meist sehr lange. Es könne sein, dass Laschet im Dezember noch mal eine Mehrheit auf dem CDU-Parteitag hinter sich versammle. "Aber dann kann ihm passieren, dass er zum Frühstück nach Nürnberg fahren und Söder die Kanzlerkandidatur überlassen muss." Laschet will sich auf dem Parteitag im Dezember zum CDU-Vorsit­zenden wählen lassen. In der Union sind zuletzt allerdings die Zweifel an seiner Eignung ­gewachsen.