Kanzleramtschef: Rasche Einigung zu Fan-Rückkehr möglich

Helge Braun (CDU), Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild
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14. September 2020 - 19:42 Uhr

Nach monatelanger Corona-Zwangspause ist eine Fan-Rückkehr in die Fußballstadien schon zum Bundesliga-Start an diesem Wochenende in greifbare Nähe gerückt. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) bezeichnete dies am Montag nach Gesprächen mit den Bundesländern als mögliches Szenario. "Die Annäherung ist schon sehr weit fortgeschritten", sagte Braun auf einer Klausur der CSU-Fraktion im Landtag in München. Dies hänge aber von den entscheidenden Gesprächen der Länder an diesem Dienstag ab. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnte ein möglichst einheitliches Vorgehen aller Länder und einheitliche Regeln an.

Die Chefs der Staatskanzleien der Länder wollen an diesem Dienstag (16.00 Uhr) erneut über Zuschauer in Stadien und Sporthallen beraten.

Braun erklärte, absolute Verbote seien immer schwierig. Wenn jemand vorweisen könne, dass er ein ausgefeiltes Hygienekonzept habe, dann sei es meistens schwer, ein absolutes Verbot durchzusetzen. Braun betonte allerdings: "Es geht aber nicht nur darum, dass man im Stadion sitzt, mit sauberem Abstand, sondern es gibt den Weg zum Fußball, es gibt den Weg vom Fußball zurück." Das müsse alles mit bedacht werden. Angesichts der wieder etwas höheren Infektionszahlen müsse man hier sehr vorsichtig agieren. "Das heißt nicht Nein zu einem Testbetrieb, aber wirklich vorsichtig rangehen", forderte er.

Spahn, der per Video-Schalte zur CSU-Klausur zugeschaltet war, mahnte die Einhaltung von Hygieneregeln und Mindestabständen auch vor und nach den Spielen an. Entscheidend sei, auch die An- und Abreise der Fans so zu organisieren, dass keine unnötigen Infektionsrisiken entstünden. Wenn die Hygienekonzepte dies sicherstellten, dann könne man über eine langsame Rückkehr von Zuschauen nachdenken. Der Minister fügte aber hinzu: "Was ich wichtig finde, ist, dass wir vom Ansatz her einheitlich vorgehen und nicht jeder seins macht."

Quelle: DPA