In den Keimen steckt ein Giftstoff

Kann man keimende Kartoffeln noch essen?

Kann man keimende Kartoffeln noch essen?
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04. September 2020 - 14:51 Uhr

Muss man keimende Kartoffeln wegwerfen?

Den meisten ist das wohl schon passiert: Bleiben Kartoffeln nach dem Kauf länger im Küchenregal liegen, bilden sie mit der Zeit mehr oder weniger lange Keime aus. Muss man die Kartoffeln dann entsorgen? Oder reicht es, die Keime einfach zu entfernen und dann kann man die Knollen wie gewohnt essen?

Auf die Länge der Keime kommt es an

Ob man keimende Kartoffeln noch essen kann, hängt davon ab, wie weit die Keimbildung schon vorangeschritten ist: Sind die Keime nicht länger als wenige Zentimeter und die Kartoffel selbst noch relativ fest, kann man sie bedenkenlos essen. Schält man die Kartoffeln und schneidet die Keime großzügig heraus, senkt das den Gehalt an giftigem Solanin deutlich.

Sind die Knollen aber bereits schrumpelig und die Keime länger als ein Finger breit, sollten die Kartoffeln nicht mehr verzehrt werden. Das gilt auch, wenn die Kartoffeln großflächig grün sind.

Was ist problematisch an keimenden Kartoffeln?

Kartoffeln sind Nachtschattengewächse, die den giftigen Stoff Solanin ausbilden, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Dieser hitzebeständige Giftstoff steckt in grün gewordenen Stellen, der Schale und den dunklen "Augen" von Kartoffeln sowie in den Keimen selbst. In höherer Konzentration macht Solanin die Kartoffeln bitter.

Gesundheitsschädlich ist das Solanin aber nur dann, wenn man es in großen Mengen aufnimmt. Dann können Vergiftungserscheinungen wie Brennen im Hals sowie Magen- oder Darmbeschwerden auftreten. Weil Kinder oft empfindlicher als Erwachsene auf die möglichen Giftstoffe reagieren, sollten sie Kartoffeln am besten geschält essen.

So hindert man Kartoffeln am Keimen

Die Keimbildung lässt sich hinauszögern, wenn man die Kartoffeln an einem dunklen, kühlen Ort lagert – am besten in einem unbeheizten, aber frostfreien, luftigen Keller. Denn neben der Temperatur spielt auch die Lichteinwirkung eine zentrale Rolle bei der Keimbildung: Kartoffeln sollten möglichst in völliger Dunkelheit gelagert werden. Zudem sollten sie getrennt von Äpfeln liegen – denn Äpfel strömen das Reifegas Ethylen aus, das den Austrieb fördert.

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