Wie viele müssten sich wie lange dran halten?

Kann eine Vorquarantäne Weihnachten trotz Lockerungen retten?

27. November 2020 - 20:12 Uhr

Könnten die Infektionszahlen über Weihnachten sogar sinken?

Seit dieser Woche ist klar: Auch wenn der Teil-Lockdown noch ein paar Wochen weitergeht und die Kontaktbeschränkungen sogar noch strenger werden, dürfen wir uns über Weihnachten und Silvester wieder mit mehr Freunden und Verwandten treffen. Dass das ein Risiko ist und die Infektionszahlen eigentlich bei Weitem nicht niedrig genug für Lockerungen sind, dürfte den meisten dennoch klar sein. Um vor allem Risikopatienten in der Familie während der Feiertage zu schützen, wird – unter anderem von Kanzlerin Merkel – eine freiwillige Vorquarantäne empfohlen. Bevor man sich zu den Festtagen mit Freunden und Verwandten trifft, sollte man sich also eine gewisse Zeit selbst isolieren und Kontakte komplett meiden oder (noch mehr als eh schon) auf ein Minimum herunterfahren.

Aber wie viel bringt eine solche Vorquarantäne? Könnten dadurch die Infektionszahlen über Weihnachten sogar sinken, wenn sich alle – oder möglichst viele – daran halten? Im Video verrät Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, wie lange wir uns aus infektiologischer Sicht isolieren müssten, um unsere Angehörigen nicht zu gefährden.

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Weihnachtslockerungen vs. Vorquarantäne

Das Problem mit der Vorquarantäne wird – wie bei vielen der Corona-Maßnahmen sein – dass es davon abhängt, wie die Menschen sich individuell daran halten. "Das ist ein netter Wunsch, um die Weihnachtsöffnungen nett zu reden, aber es wird nicht funktionieren", vermutet Dr. Zinn. Der Hygiene-Experte ist sicher, dass sich nicht genug Menschen lange genug isolieren werden. Zwar würden eh viele die Vorweihnachtszeit nutzen, um zu Hause zu relaxen, aber dann würde man doch hin und wieder Freunde treffen oder noch Geschenke besorgen.

Andere Experten seien da vorsichtig optimistischer, wie Quarks.de berichtet. "Würden wir uns ALLE eine Woche vor Weihnachten in Quarantäne begeben, in Vorfreude bald unsere Großeltern zu sehen, dann könnte das sogar einen positiven Effekt auf das Infektionsgeschehen haben", heißt es in einem Instagram-Post des Wissenschaftsmagazins. Das gilt aber natürlich nur, wenn tatsächlich alle mitmachen. Ansonsten, das macht Quarks.de deutlich, birgt Weihnachten aus verschiedenen Gründen ein großes Risiko in der Pandemie. Eine Einschätzung, die auch Dr. Zinn teilt: "Die Gefahr, dass Weihnachten ein Superspreader-Event wird, ist nicht klein."

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