Kanadische Pressestimmen: "Dieses verfluchte Deutschland...."

Für die kanadischen Eishockey-Spieler folgte am Tag nach der Niederlage gegen Deutschland das bittere Echo in der Presse
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24. Februar 2018 - 11:18 Uhr

Presse rechnet mit den Verlierern ab

Kanadas Zeitungen ließen nach dem 4:3-Sieg der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft im olympischen Halbfinale kein gutes Haar am eigenen Team.

"Wunder auf Eis!"

'Toronto Star': "Kanadas Crew der Ungewollten hat ihre Chance bei der Halbfinale-Niederlage gegen Deutschland vergeigt. Es gibt einen guten Grund, warum viele dieser Spieler in der Eishockey-Anonymität schuften. Nach der 4:3-Peinlichkeit gegen die gar nicht so mächtigen Deutschen ist es nur fair, dass es für viele von ihnen so bleiben wird. Legenden werden nicht in Bronze-Spielen gemacht. Gesellen werden nicht zu Olympia-Helden, wenn sie 40 Minuten im wichtigsten Spiele ihres Lebens nicht auftauchen. Es gibt keine Punkte für den Einsatz, wenn man sich Zwei-, Drei-Tore-Rückstände einhandelt gegen das Team eines Landes, das sich für Jahrzehnte an eine Bronzemedaille von 1976 als olympischen Höhepunkt klammerte - bei zu diesen Spielen."

'Vancouver Sun': "Es geht nicht darum, wer Du bist, wo Du spielst. Es geht nicht darum, dass niemand Dich kennt. Es geht nicht darum, dass dies nicht das Team Canada war, das wir gerne sehen wollten. Es geht darum, verloren zu haben, gegen Deutschland, dieses verfluchte Deutschland, das sich nicht mal für die letzten Olympischen Spiele qualifiziert hatte. Kanada hat sich selbst geschlagen. Sie werden diese Niederlage womöglich für den Rest ihres Lebens mit sich herumschleppen."

'Metro': "Wunder auf Eis!"

'The Globe and Mail': "Kanadas Vagabunden wachen gegen aufopferungsvoll kämpfende Deutsche  zu spät auf. Nun geht es ins Spiel um Platz drei, das wie eine Lebensversicherung ist: Es ist unsexy, niemand redet darüber - aber in ein paar Jahren ist man vielleicht ganz froh, sie abgeschlossen zu haben."

"Beschämende Nacht!"

'Toronto Sun': "Der größte Sieg in der nicht-denkwürdigen Geschichte des deutschen Eishockeys. Es war eine Eishockey-Nacht, bei der es angemessen war, zu schreien. Eine Nacht, an die sich die Deutschen für den Rest ihres Lebens erinnern werden und die die Kanadier niemals vergessen werden - aus den falschen Gründen."

'National Post': "Schwarzer Tag für Kanadas Eishockey. Das schlechteste Resultat für ein olympisches Team ohne NHL-Spieler landete in einer beschämenden Nacht für das kanadisches Eishockey in der Gangneung Hockey Arena wie ein Speer in der Magengrube."