Um Todesangst zu bekämpfen

Kanada will Magic Mushrooms für todkranke Patienten zulassen

Sogenannte Magic Mushrooms können Ängste lösen.
© AP, Richard Vogel, RV

07. August 2020 - 11:13 Uhr

Halluzinogene Pilze gegen die Angst

Die kanadische Regierung hat entschieden, die Einnahme von Psilocybin, das meistens durch sogenannte "Magic Mushrooms" eingenommen wird, für vier Patienten zu erlauben. Alle vier sind unheilbar an Krebs erkrankt.

Patientin ist erleichtert über die Hilfe

Eine der vier Patientinnen, Laurie Brooks, zeigt sich sehr dankbar über die Entscheidung der kanadischen Gesundheitsministerin.

"Die Anerkennung meines Schmerzes und der Angst , unter der ich leide, bedeutet mir sehr viel", erklärt Laurie Brooks. "Ich hoffe, dass zukünftig alle Kanadier Zugang zu Psilocybin für therapeutische Zwecke haben, sodass sie weniger Schmerzen erleiden müssen – ohne dass sie monatelang die Regierung um Erlaubnis fragen müssen."

Studie zeigt: Psilocybin kann helfen

Seit mittlerweile 46 Jahren ist die Einnahme der Droge verboten. Eine aktuelle Studie von Forschern der NYU Langone Health hat allerdings gezeigt, dass das enthaltene Psilocybin Angstzustände und Depressionen von Krebspatienten lösen kann.

Von 29 Krebspatienten zeigten 60 bis 80 Prozent eine deutliche Linderung der Angst vor dem bevorstehenden Tod, nachdem sie mit Psilocybin und einer Psychotherapie behandelt wurden.

Psilocybin in Deutschland illegal

Ähnlich wie der Einsatz von Marihuana, gilt auch Psilocybin in den USA als vielversprechender Wirkstoff, um Angststörungen zu behandeln. In manchen Städten ist die Strafverfolgung von Menschen, die halluzinogene Pilze bei sich tragen, bereits ausgesetzt. In Deutschland sind die Pilze verboten und werden – bisher – auch nicht therapeutisch eingesetzt.