Magnussen-Crash überschattet Qualifying

Kanada-GP: Sebastian Vettel zaubert sich zur ersten Saison-Pole

09. Juni 2019 - 0:29 Uhr

Sebastian Vettel lässt Ferrari jubeln

Als Sebastian Vettel um 15:17 Uhr Ortszeit die Ziellinie in Montreal überquerte, brandete ausgelassener Jubel in der Ferrari-Box auf: 1:10,240 Minuten zeigte die Stoppuhr für Vettel - Rundenrekord und zwei Zehntel weniger als die Rundenzeit von Lewis Hamilton, der kurz davor über die Linie gejagt war. Damit stand fest: Vettel startet beim Großen Preis von Kanada erstmals in dieser Saison von der Pole Position.

"Das war eine dieser besonderen Runden"

"Ich bin voller Adrenalin. Das war eine dieser besonderen Runden. Ich habe es sehr genossen", sagte Vettel, nachdem er sich mit seinem letzten Versuch auf dem 4,361 Kilometer Circuit Gilles Villeneuve an dem bis dahin führenden Hamilton vorbei katapultierte hatte. "So sollte Rennfahren eben sein", räumte Hamilton ein. Während Vettel ohne Fehl und Tadel blieb, baute der Brite auf seiner letzten Runden einen Fehler ein und schaffte keine Verbesserung mehr.

Auch der zweite Mercedes-Mann Valtteri Bottas und Charles Leclerc im zweiten Ferrari leisteten sich kleine Aussetzer. In den Kampf an der Spitze konnten damit beide nicht eingreifen. Leclerc sicherte mit fast sieben Zehnteln Rückstand aber immerhin Startplatz 3 vor dem überraschend starken Renault-Piloten Daniel Ricciardo. Dessen deutscher Teamkollege Nico Hülkenberg schaffte es nicht, das diesmal vorhandene Potenzial des Autos abzurufen: Der 31-Jährige musste sich zwei Zehntel hinter seinem Stallgefährten mit Rang 7 begnügen.

Bottas nach Patzern weit hinten

Nur einen Platz besser war Bottas. Der Finne wirkte übermotiviert, verhinderte bei seinem ersten Stint nach einem Dreher mit viel Glück einen Einschlag und baute auch im zweiten Anlauf einen Wackler ein. Mehr als Startreihe 3 neben Red-Bull-Mann Pierre Gasly war damit nicht drin - ein taktischer Nachteil für Mercedes im Rennen am Sonntag (Start 20.10 Uhr live bei RTL und im Live-Stream bei TVNOW) und ein Rückschlag für Bottas' ambitionierten Kampf um die WM-Krone.

Magnussen knallt in die "Wall of Champions"

Grausam Schicksal spielte wieder einmal die berühmt berüchtigte "Wall of Champions" - diesmal forderte ein Einschlag in die Streckenmauer ausgangs der Schikane vor Start-und-Ziel sogar gleich zwei "Opfer": Zum einen Kevin Magnussen, der kurz vor Ende der zweiten K.o.-Runde die "Wall of Champions" küsste und seinen Haas in der gegenüberliegenden Streckenmauer zerlegte. Wie der Däne seinen Boliden zerstörte sehen Sie im Video.

Crash zerstört auch das Qualfiying von Verstappen

Magnussen blieb bei dem Crash zum Glück unverletzt - ruinierte aber nicht nur seinen Dienstwagen, sondern auch das Qualifying von Max Verstappen. Der Red-Bull-Pilot war auf dem Weg, sich in den letzten Sekunden doch noch für das Finale der Besten 10 zu qualifizieren, musste seine Runde wegen Roter Flaggen nach dem Magnussen-Crash jedoch abbrechen. Als Elfter war Verstappen damit raus und in Q3 nur zerknirschter Zuschauer.

"Ich habe versucht, wie Ferrari und Mercedes auf Mediumreifen durch Q2 zu kommen, bin aber in den Verkehr geraten. Dann habe ich umgestellt auf die Softreifen, aber dann kam die Rote Flagge und es war vorbei", kommentierte Verstappen das Geschehen.

Ins Rennen startet Verstappen immerhin von Platz neun: Den ursprünglich neuntplatzierten Spanier Carlos Sainz (McLaren) versetzte die Rennleitung wegen einer Behinderung von Toro-Rosso-Pilot Alexander Albon um drei Plätze zurück, bei Magnussen (10.) wechselt Haas zudem das Chassis, weshalb der Däne aus der Boxengasse starten wird.

Neuer Mercedes-Motor geht in Flammen auf

"Heute gebührt Sebastian all die Ehre", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Der Deutsche sei "schnellster Mann im schnellsten Auto" gewesen. Und die Pole in Montréal hat Gewicht. Zuletzt gleich viermal nacheinander gewann auch der Pilot das Formel-1-Rennen, der ganz vorne stand. 2018 war das Vettel.

Der 31-Jährige und sein Ferrari-Team stehen gehörig unter Druck und müssen endlich liefern, wenn sie den Titel-Kampf noch einmal spannend machen wollen: In der WM-Wertung fehlen Vettel schon 55 Punkte auf Spitzenreiter Hamilton. Bei dem dürfte im Rennen ein klein wenig Verunsicherung mitfahren. Grund: Im 3. Freien Training ging die neue Ausbaustufe des Mercedes-Aggregats im Heck von Racing-Point-Pilot Lance Stroll in Flammen auf - Motorschaden. Auch die Silberpfeile werden beim 7. WM-Lauf erstmals vom neuen Mercedes-Triebwerk befeuert ...

Das Qualifying im TV bei RTL & im Live-Stream bei TVNOW sehen

Die Ergebnisse vom Kanada-GP in Montreal

Der Stand im WM-Klassement​