Thomas H. gestand, Kinder sexuell missbraucht zu haben

Mutter eines Opfers: Kampfsportlehrer hat meinen Sohn angefasst

17. Juni 2020 - 14:16 Uhr

Silke K. sah den Kampfsportlehrer vor Gericht wieder

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat gegen einen 50-jährigen Deutschen Anklage erhoben. Dem Kampfsportlehrer Thomas H. werden schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in 32 Fällen und sexueller Missbrauch von Kindern in 28 Fällen vorgeworfen. Am 9. Juni, dem Tag des Prozessauftakts, gestand der Mann, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Silke K., die Mutter eines Opfers, erzählte im Interview mit RTL, wie sie von den scheußlichen Taten von Thomas H. erfuhr. Mehr dazu – im Video. 

Junge bat den Trainer um Hilfe, dann soll er ihn angefasst haben

Silke K. (44) und ihr Sohn (12) hätten gerade auf dem Balkon etwas gegessen, als ihr Junge plötzlich an seinen Genitalien herumgespielte. Sein Kampfsportlehrer hätte das gleiche bei ihm getan, soll der 12-Jährige erklärt haben. "Das war ein Schock", sagte seine Mutter.

An diesem Tag erfuhr Silke K. zum ersten Mal von den Machenschaften des Thomas H. Wie ihr Sohn erklärt, soll der Mann ihm in den Schritt gegriffen haben. "Es war vor dem allgemeinen Training, da hat mein Sohn den Trainer um Hilfe gebeten beim Schließen des Gürtels, weil er Probleme hatte. Und in dem Zusammenhang kann Herr H. wohl ungehindert an den Penis meines Sohnes", sagte sie. Einen Tag nachdem sie von dem Vorfall erfuhr, habe sie den Mann dann mit den Vorwürfen konfrontiert. "Er meinte, dass er keine Ahnung hat, was er da hätte gemacht haben können."

Thomas H. sprach distanziert und ruhig über seine Taten

Thomas H. zeigte sein Gesicht in der Verhandlung offen.
Thomas H. zeigte sein Gesicht in der Verhandlung offen.
© RTL

Zwischen Oktober 2012 und Februar 2019 soll der Kampfsportlehrer Thomas H. mehrfach sexuelle Handlungen an zehn Kindern und Jugendlichen vorgenommen haben. Bei den Opfern handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen ausschließlich um Jungen. Als er das erste Mal vor Gericht auftrat, zeigte er sein Gesicht offen – ungewöhnlich für einen Mann, der des sexuellen Missbrauchs von Kindern bezichtigt wird, das sagte Opfer-Anwältin Gesa Israel nach dem Prozesstag. 

In der Verhandlung gesteht er später seine Taten. "Ich habe viele Jahre an Kindern sexuellen Handlungen gemacht", sagt der Angeklagte distanziert. Erst 2019 sollen seine Taten aufgehört haben.