Kampfpilotin Mariam Al Mansouri von Familie verstoßen

Bereits in Teenagerjahren hatte Al Mansouri davon geträumt, einmal im Cockpit eines Kampfjets zu sitzen.
Bereits in Teenagerjahren hatte Al Mansouri davon geträumt, einmal im Cockpit eines Kampfjets zu sitzen.
© dpa, Emirates Official

28. September 2014 - 20:44 Uhr

"Undankbar" und verstoßen

Majorin Mariam Al Mansouri ist die Speerspitze im Kampf gegen IS. Die 35-Jährige schaffte es in den Vereinigten Arabischen Emiraten als erste Frau in das Cockpit eines Kampfjets. Bei den jüngsten Angriffen auf Ölfelder übernahm sie die Führung. Laut einer palästinischen Nachrichtenagentur wendet ihre Familie ihr deshalb nun den Rücken zu.

In einer anonymen Mitteilung im Internet, die von ihrer Verwandtschaft stammen soll, wird sie als "undankbar" bezeichnet, weil sie an den Luftangriffen in Syrien teilnehme. Zudem sei Al Manouris Familie "stolz auf die sunnitischen Helden im Irak und auf ISIL" (irakische Kämpfer des IS, Anm. d. Red.).

"Sie ist hoch qualifiziert und kampfbereit"

Majorin Mariam Al Mansouri führte im Auftrag der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) eine F16-Kampfstaffel, die Ölfelder der Terroristen bombardierten. Bereits in Teenagerjahren hatte Al Mansouri davon geträumt, einmal im Cockpit eines Kampfjets zu sitzen. Heute ist die 35-Jährige die erste weibliche Kampfpilotin im Vereinigten Arabischen Königreich. "Sie ist hoch qualifiziert, bestens ausgebildet und kampfbereit, um die Führung bei dieser Mission zu übernehmen", sagte VAE-Botschafter Yousef Al Otaiba dem US-Sender 'MSNBC'.

Es sei wichtig, dass sich gerade die moderaten Araber und Muslime dieser Bedrohung entgegenstellen. "Denn sie geht uns alle an. Dies ist nicht nur eine Bedrohung unserer Länder, sondern unseres Lebensstils, so Al Otaiba.

Der US-Sender CNN hatte bereits vor Jahren mit Al-Mansouri über ihre Arbeit beim Militär gesprochen. Zu der Zeit war es Frauen noch gar nicht gestattet, einen Kampfjet zu fliegen. "Ich musste zehn Jahre warten, um in diese Position zu kommen", sagte die 35-Jährige.

Gleichzeit betonte Al-Mansouri gegenüber CNN, dass es bei der Verteidigung des eigenen Landes keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen geben dürfe. "Jeder ist dafür verantwortlich – unabhängig vom Geschlecht."

Für die Militärführung der Vereinigten Arabischen Emirate eignet sich die junge Luftwaffen-Majorin natürlich hervorragend als Propaganda-Instrument – nicht nur im Kampf gegen die rückwärtsgewandten Kämpfer des IS. Als Reaktion auf die weibliche VAE-Kampfjetpilotin veröffentlichte das Nachbarland Saudi-Arabien umgehend Fotos, die Prinz Khaled bin Salman als Pilot im Kampfeinsatz gegen den Islamischen Staat zeigen. Im Vergleich zu Saudi-Arabien, wo Frauen kein Auto fahren dürfen, ist die Geschlechtergleichstellung in den VAE schon deutlich weiter fortgeschritten.