Was Trumps Handelskrieg mit China für Deutschland bedeutet

Kampfansage von Donald Trump: Der US-Präsident erhöht Sonderzölle aus China

US-Präsident Trump will noch mehr Zölle auf chinesische Ware.
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11. Mai 2019 - 9:11 Uhr

Amerikaner müssen mehr für Waren zahlen

Noch während die USA und China verhandeln, hat Trump die Sonderzölle auf Importe aus China von 10 auf 25 Prozent erhöht. Betroffen ist jetzt die Hälfte aller Importe aus den USA. Was Trumps Anhänger aber nicht bedenken. Das Ganze stärkt nicht die Wirtschaft der USA, wie US-Präsident Trump weis machen will. Sondern: Die Amerikaner zahlen mehr für Waren. 

Donald Trump erhöht die Zölle auf chinesische Produkte

Dass Donald Trump vor seinen Fans so richtig aufdrehen kann, ist bekannt. Sein Auftritt in Panama City Beach war dafür mal wieder ein Lehrstück. China stehle amerikanische Jobs, polterte er vor tausenden Anhängern. Stunden später erhöhte er die Zölle auf chinesische Produkte und schrieb auf Twitter: Das bringt 250 Milliarden US Dollar und das Geld geht direkt in die Staatskasse. Was Trump seinen Fans verschweigt. Nicht die Chinesen zahlen die Zölle, sondern die amerikanischen Verbraucher.

Experten sehen für Europa einen leicht positiven Effekt

Die deutschen Verbraucher sind davon erstmal nicht betroffen. Kurzfristig sehen Experten für Europa und Deutschland sogar einen leicht positiven Effekt. Nach dem Motto wenn sich zwei streiten freut sich der Dritte. "Wenn sich China und USA duellieren, das steigt die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Produkte", so Wirtschaftsexperte Jens Südekum im RTL-Interview.

Vielleicht nur ein paar Tage, denn kommende Woche will Trump über Strafzölle für Autos aus Europa und Deutschland entscheiden. Bei seinem Fan-Autritt machte er mal wieder Europa dafür verantwortlich, dass es der US-Autoindustrie so schlecht geht. Bei VW und BMW machen sie sich bereits große Sorgen. Hohe Zölle wären nicht gut fürs Geschäft und nicht gut für ihre Jobs. 

Donald Trump geht ein hohes Risiko ein

Donald Trump interessieren in erster Linie amerikanische Jobs und seine Imagewerte. Dafür geht er ein hohes Risiko ein, denn einen Handelskrieg beginnen ist einfach, ihn zu beenden aber schwierig. Michael Heise, der Allianz Chefvolkswirt, sagt im RTL-Interview: "Der Welthandel geht in rasantem Tempo nach unten, das ist wie schon immer für die deutsche Wirtschaft ein besonders großes Problem, weil wir so stark welthandelsabhängig sind."

Deutschland kann nur hoffen, dass es im Handelsstreit zwischen China und den USA noch eine Lösung gibt, doch bisher verlaufen die Gespräche in Washington ergebnislos. Trump gibt den starken Mann und für die Europäer verheißt das nichts Gutes.