Cybergrooming-Gesetz

Kampf gegen Missbrauch: Ermittler dürfen künstliche Kinderporno-Bilder hochladen

Seit 2020 haben Ermittler neue Möglichkeiten, den Kindesmissbrauch zu bekämpfen.
Seit 2020 haben Ermittler neue Möglichkeiten, den Kindesmissbrauch zu bekämpfen.

05. März 2021 - 18:49 Uhr

Neue Möglichkeiten für Kinderporno-Ermittler

Lügde, Bergisch Gladbach – das sind nur zwei Städtenamen, die inzwischen fast schon symbolisch für grausame Taten an Kindern, für unvorstellbaren Missbrauch, für Vergewaltigung von Kindern stehen. Und für die Opfer meist besonders schlimm: Es ist oft nicht nur der eigentliche Missbrauch. Häufig werden Videos davon in Internetforen hochgeladen. Durch eine Gesetzesreform, die 2020 in Kraft trat, können Ermittler den Kindesmissbrauch besser bekämpfen. Zuvor hatte die Polizei kaum Chancen, an die Täter ranzukommen.

RTL Spezial am 8. März um 20:15 Uhr: "Angriff auf unsere Kinder und was WIR dagegen machen können"

In diesem RTL Spezial präsentiert Moderator Steffen Hallaschka ein Experiment, dessen Botschaft uns alle angeht: die Sicherheit unserer Kinder im Internet. Welche Gefahren lauern auf vermeintlich harmlosen Websites und in Apps? Wie können wir unsere Kinder effektiver davor schützen? Und wie schaffen wir es, dass sie uns in ihre Erlebnisse im digitalen Raum einweihen?

"Angriff auf unsere Kinder und was WIR dagegen machen können" – am 8. März um 20:15 Uhr bei RTL.

„Diese Bilder sehen echten Bildern täuschend ähnlich, zeigen aber niemals echte Kinder“

Die Ermittler dürfen sich inzwischen mit künstlich erzeugten Bildern und Videos, die vermeintlich einen Missbrauch zeigen, in Internetforen einschleichen. In diesen Foren gilt oft: Du kriegst nur, wenn du auch gibst – und Ermittler konnten vorher oft nicht in die Kreise eindringen, weil sie sich sonst selbst strafbar gemacht hätten.

Durch das Gesetz sollen Ermittlern alle Instrumente zur Verfügung stehen, um Täter, Hintermänner und Portalbetreiber schneller zu verurteilen, erklärte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) "Diese computergenerierten Bilder sehen echten Bildern täuschend ähnlich, zeigen aber niemals echte Kinder", betonte sie.

Aber es gibt auch Bedingungen für den Einsatz solcher Bilder und Videos:

RTL NEWS empfiehlt

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  • Nur wenn sich die Taten nicht anders aufklären lassen, dürfen sie eingesetzt werden
  • Ein Gericht muss zustimmen
  • Es dürfen keine Abbildungen echter Menschen genutzt werden

Der Kinderschutzbund ist trotz zahlreicher Bedenken für den Einsatz von Lockvögeln und animierten Bildern. "Unser Rechtsstaat muss auch im Netz handlungsfähig bleiben", sagte Verbandspräsident Heinz Hilgers.

Seit das neue Gesetz in Kraft ist, ist bereits der Versuch strafbar, in sozialen Medien sexuelle Kontakte zu Kindern anzubahnen. Anders als zuvor können inzwischen auch Täter bestraft werden, die zwar glauben, sie kommunizierten mit einem Kind - tatsächlich antwortet ihnen aber ein verdeckter Ermittler, der sich als Kind ausgibt.