Kampf gegen Kinderarbeit lahmt: 152 Millionen Kinder weltweit werden zur Arbeit gezwungen

18. November 2017 - 10:30 Uhr

Abbau von Kinderarbeit: Internationale Staatengemeinschaft hat ihr Ziel verfehlt

Körperliche Anstrengung, psychische Überforderung oder gefährliche Bedingungen - Kinderarbeit hat viele Gesichter. Genauer gesagt: 152 Millionen Gesichter. Die schwersten Formen der Kinderarbeit wollte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), eine Sonderorganisation der UNO, im letzten Jahr abschaffen. Ihr Ziel hat sie jedoch nicht erreicht.

Welt ohne Kinderarbeit bis 2025?

Jetzt haben sich Vertreter aus 193 Ländern in Buenos Aires getroffen. um auf der vierten 'Weltkonferenz zur nachhaltigen Beseitigung von Kinderarbeit' über die aktuelle Situation zu beraten. In der Abschlusserklärung bedauerte die ILO, dass das für 2016 angesetzte Ziel der Abschaffung der schwersten Formen der Kinderarbeit nicht erreicht worden sei. Auch sei der Abbau der Kinderarbeit in den vergangenen Jahren langsamer geworden. Sie forderte eine stärkere internationale Kooperation, um das von der UNO angestrebte Milleniumsziel der vollständigen und nachhaltigen Beseitigung der Kinderarbeit bis 2025 zu erreichen.

Erfolge in Südamerika – Rückschritte in Afrika

Weltweit werden 152 Millionen Kinder im Alter von Fünf bis Siebzehn zur Arbeit gezwungen. Mehr als 70 Prozent der Jungen und Mädchen arbeiten in der Landwirtschaft, davon 42 Prozent unter gefährlichen Bedingungen. In Afrika sei die Anzahl der arbeitenden Kinder in den vergangenen Jahren entgegen der allgemeinen Tendenz gestiegen. Am stärksten habe Lateinamerika die Kinderarbeit abgebaut. Durch die Kampagne 'Time to Talk' der Kindernothilfe und 'Terre des Hommes' kommen erstmals auch Kinder zu Wort und reden über ihre Situation. Mehr darüber erfahren Sie im Video.

Das Ergebnis der Weltkonferenz ist eindeutig: In der Zukunft müssen die einzelnen Länder stärker kooperieren. Dazu haben sich bereits über 100 Länder verpflichtet, um für eine Welt ohne Kinderarbeit zu kämpfen.