Kampf gegen Extremismus: Beuth setzt auf Mithilfe der Bürger

Peter Beuth (CDU) spricht im hessischen Landtag. Foto: Arne Dedert/dpa
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23. Februar 2020 - 8:41 Uhr

Nach dem Anschlag von Hanau hat Hessens Innenminister Peter Beuth die Entwicklung eines kommunalen Frühwarnsystems im Kampf gegen Extremismus angekündigt. "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren landesweit Sicherheitspartnerschaften mit insgesamt fast 70 Städten und Gemeinden aufgebaut", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". "Jetzt werden wir dieses Angebot erweitern und ein kommunales Frühwarnsystem entwickeln. Jeder solle sich jederzeit per App daran beteiligen können." Ein besonderer Fokus wird demnach auf Extremismus liegen.

Wer eine Hakenkreuzschmiererei auf dem Spielplatz sehe, könne sie sofort als Handyfoto an die Meldestelle schicken. Beuth zufolge soll das Frühwarnsystem auch den Umgang mit psychisch
kranken Menschen einschließen, "wenn es sich um einen auffälligen Menschen handelt, der droht, andere Menschen zu verletzen oder das Recht selbst in die Hand zu nehmen."

Ein 43 Jahre alter Deutscher hatte am Mittwochabend in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Der Sportschütze tötete auch seine 72 Jahre alte Mutter und dann sich selbst. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Täter eine rassistische Gesinnung und war psychisch krank.

Quelle: DPA