Kampf gegen die Seuche: Geheilter Brite will zurück ins Ebola-Gebiet

Will Pooley hat Ebola überlebt und will nun ins Krisengebiet, um im Kampf gegen die Seuche zu helfen.
© dpa, Pool

24. Oktober 2014 - 12:49 Uhr

Überlebende sollen als Helfer fungieren

Als Helfer im Kampf gegen Ebola hatte Will Pooley sich in Westafrika selbst infiziert und war in seiner Heimat Großbritannien behandelt worden. Nun ist er geheilt und will zurück ins Krisengebiet, um beim Kampf gegen die Epidemie zu helfen.

"Es gibt dort immer noch viel Arbeit zu tun, und ich bin in der gleichen oder einer besseren Lage als zu dem Zeitpunkt, als ich mich zum ersten Mal entschieden habe, hinzugehen", sagte der 29-Jährige aus dem englischen Suffolk dem Sender 'Sky News'. Es sei damals wie heute eine einfache Entscheidung für ihn gewesen, obwohl Freunde und Familie sich Sorgen um ihn machten.

Auch Tausende Menschen in Westafrika, die Ebola überlebt und jetzt gegen das Virus immun sind, sollen im Kampf gegen die Seuche helfen. Entsprechende Pläne werden bei der ersten Konferenz von Ebola-Überlebenden erörtert, die derzeit in Sierra Leone stattfindet. Das Kinderhilfswerk 'Unicef' geht davon aus, dass in den nächsten sechs Monaten bis zu 2.500 Überlebende für Aufgaben zur Bekämpfung der Seuche ausgebildet werden könnten.

Ebola-Verdachtsfall auf Madrider Flughafen - Maschine isoliert

Unterdessen wurde bekannt: Die zweite in den USA mit Ebola angesteckte Krankenschwester ist einen Tag vor dem Ausbruch noch mit einem Passagierflugzeug gereist. Nun sucht die Gesundheitsbehörde vorsichtshalber nach den anderen 132 Passagieren.

Nur wenige Stunden bevor die Krankenschwester Fieber bekam und positiv auf Ebola getestet wurde, saß sie an Bord des Fluges 1143 der Linie Frontier Airlines. Am Abend des 13. Oktober reiste sie mit der Maschine von Cleveland (Ohio) nach Dallas (Texas). Mit ihr an Bord: 132 Menschen. Die US-Gesundheitsbehörde will nun zu allen Kontakt aufnehmen. Die Personen, die besonders gefährdet für eine Ansteckung seien, würden dann beobachtet, hieß es.

Normalerweise sind Ebola-Infizierte während der Inkubationszeit - also bis zum Ausbruch der Krankheit - nicht ansteckend. Wegen der kurzen Zeitspanne zwischen Flug und dem einsetzenden Fieber ordnete die Gesundheitsbehörde die Maßnahme aber an. Die Krankenschwester habe nach Angaben der Flugbegleiter während des Fluges allerdings keine Symptome gezeigt.

Die Pflegerin gehörte zu den Betreuern von Thomas Eric Duncan, der sich in Liberia infiziert hatte und am Mittwoch vergangener Woche in einem Krankenhaus in Dallas gestorben war. Bereits zuvor hatte sich eine weitere Krankenschwester bei der Betreuung des Mannes infiziert. Dies war der erste Fall einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung innerhalb der USA. Nach Angaben der Klinik hatte sie die vorgeschriebene Schutzkleidung aus Anzug, Handschuhen, Brille und Gesichtsmaske getragen. Ersten Vermutungen zufolge könnte sie sich beim Abnehmen der Maske angesteckt haben.

Wegen eines Ebola-Verdachtsfalls ist indes eine Passagiermaschine auf dem Madrider Flughafen vorübergehend isoliert worden. Ein aus Nigeria stammender Passagier an Bord der Maschine habe stark gezittert und Fieber gehabt, teilten die Behörden mit. Die Besatzung des aus Paris kommenden Air-France-Flugzeugs habe die spanischen Gesundheitsbehörden informiert. Auf dem Flughafen wurde daraufhin das für Fälle von Ebola-Verdacht vorgesehene Verfahren ausgelöst. Die Maschine vom Typ Airbus A321 mit 156 Passagieren an Bord wurde an eine abgelegene Stelle des Flughafengeländes dirigiert. Der Passagier sei an Bord des Flugzeugs untersucht worden. Die übrigen Fluggäste durften die Maschine verlassen. Allerdings konnten sie nach Informationen ihr Gepäck zunächst nicht in Empfang nehmen, weil das Flugzeug vorher desinfiziert werden sollte.

In Dänemark wird ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen auf Ebola getestet. Nach ihrer Rückkehr aus Westafrika habe die Person eine leicht erhöhte Körpertemperatur bemerkt. Daraufhin sei ein Test vorgenommen worden. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden sollte das Ergebnis im Laufe des Tages vorliegen.