Der Computer sieht Tumore schneller

Rettet uns jetzt künstliche Intelligenz vor Brustkrebs?

Eine von Google entwickelte künstliche Intelligenz soll Tumore anzeigen.
© Reuters

02. Januar 2020 - 12:20 Uhr

Eine von acht Frauen ist von Brustkrebs betroffen

Jede achte Frau ist weltweit von Brustkrebs betroffen. Wird er frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen gut. Künstliche Intelligenz von Google soll Ärzten künftig helfen, Brustkrebs schneller zu erkennen. Dass das funktioniert, ergab nun eine Studie aus den USA und Großbritannien.

Häufig fehlerhafte Diagnosen

Dank Mammographie-Screenings sollen Brustkrebs-Tumore (Mammakarzinome) frühzeitig erkannt werden. Das Problem: Auch für erfahrene Radiologen kann es schwierig sein, die Screenings korrekt zu interpretieren. Die Folge: Es kommt immer wieder zu falsch positiven bzw. falsch negativen Befunden. Laut American Cancer Society wird bei jeder fünften Mammographie Brustkrebs übersehen, jede zweite Patientin bekommt hingegen eine falsche positive Diagnose. Eine von Google Health entwickelte künstliche Intelligenz soll Ärzte nun bei der Interpretation von Mammographien unterstützen.

Künstliche Intelligenz senkt Anzahl falscher Befunde

Um die Genauigkeit der künstlichen Intelligenz zu testen, haben Forscher Röntgenaufnahmen von rund 28.000 Frauen aus den USA und Großbritannien ausgewertet. Die künstliche Intelligenz lieferte im Vergleich zu den Radiologen 5,7 Prozent weniger falsch positive Ergebnisse bei den Mammographien aus den USA und 1,2 Prozent weniger falsch positive in der britischen Probe.

Die Anzahl der falsch negativen Befunde konnte mithilfe der künstlichen Intelligenz um 9,4 Prozent in der US-Gruppe und um 2,7 Prozent in der britischen Gruppe gesenkt werden.

Künstliche Intelligenz dient als zweite Meinung

Dass die künstliche Intelligenz vor allem die fehlerhaften Befunde aus den USA deutlich senken konnte, könnte daran liegen, dass hier nur ein Radiologe die Mammographien überprüft. In Großbritannien - und übrigens auch in Deutschland - analysieren zwei geschulte Ärzte uanbhängig voneinander die Röntgenbilder. Das von Google entwickelte System der künstlichen Intelligenz soll künftig eine zweite Meinung zum Screening-Ergebnis liefern, erklärt Dominic King von Google Health bei newscientist.com. Im Zusammenspiel mit der Erfahrung der Ärzte könnte es dafür sorgen, dass Brustkrebs früher erkannt wird bzw. Frauen sich wegen falschen positiven Befunden keinen schwerwiegenden Behandlungen unterziehen müssen.

Video: Es gibt viele Anzeichen für Brustkrebs