Kampf gegen Armut und Hunger - die Millenniumsziele der UN und was daraus geworden ist

Die Vereinten Nationen haben sich Millenniumsziele gesetzt, die sie bis 2015 erreichen wollen.
Die Vereinten Nationen haben sich Millenniumsziele gesetzt, die sie bis 2015 erreichen wollen.
© dpa, Abukar Albadri

14. Oktober 2013 - 14:26 Uhr

Hilfsorganisation: "Noch immer sterben zu viele Kinder"

Die Vereinten Nationen haben den Endspurt eingeläutet. Bis 2015 wollen sie ihre so genannten Millenniumsziele erreichen. Allen voran: Bekämpfung von Armut und Hunger, Senkung der Kindersterblichkeit, ökologische Nachhaltigkeit und die Eindämmung von schweren Krankheiten wie HIV oder Malaria. Jetzt zieht die UN Bilanz: Zwar ist die Zahl der Hungernden gesunken. In Afrika geht es aber kaum voran.

Der Kampf gegen Hunger und Armut war eines der wichtigsten Anliegen. Hier spricht die UN von einem Erfolg. Die Zahl der Hungernden ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, auch die extreme Armut ging zurück. Als arm gilt, wer von umgerechnet weniger als 1,25 US-Dollar am Tag leben muss. "Was einst fantastisch und naiv schien, ist jetzt in greifbarer Nähe", so UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Allerdings handelt es sich hier um Daten zur globalen Lage. Die fallen regional sehr unterschiedlich aus. Während sich die Situation in den wachsenden Wirtschaften Südostasiens, wie etwa in China, deutlich verbessert hat, bleibt Afrika ein Problem. Obwohl die Vereinten Nationen hier die meiste Mühe und das meiste Geld aufwenden, gibt es kaum Fortschritte.

Die Hilfsorganisation 'World Vision Deutschland' sprach dennoch grundsätzlich von erheblichen Fortschritten: Im Jahr 1990 starben noch mehr als zwölf Millionen Kinder unter fünf Jahren an vermeidbaren Ursachen. 2012 waren es nur noch 6,6 Millionen. "Aber noch immer sterben zu viele Kinder", so Sprecher Marwin Meier.

UN: "Die Uhr tickt. Wir haben noch viel zu tun"

Um ihre Jahrtausendziele einzuhalten muss die UN noch mehr für den Klimaschutz tun und die medizinische Versorgung in der Dritten Welt weiter verbessern. "Die Uhr tickt. Wir haben noch 829 Tage und so viel zu tun", sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Viele der vereinbarten Ziele könnten noch umgesetzt werden, wenn jetzt alle Kräfte mobilisiert würden.

Unterdessen haben Hilfsorganisationen und Experten ein Programm zum Schutz von Müttern und Kindern vorgeschlagen. Mit zehn einfachen Innovationen könnten jedes Jahr 1,2 Millionen Kinder und Mütter gerettet werden. Dazu zählten Mittel gegen Durchfall, simple Injektionsautomaten zur Impfung und einfache Beatmungsanlagen.

Die Vollversammlung beschloss, die Entwicklungsziele auch für die Zeit nach dem Ende der 'Millenniumsziele' fortsetzen zu wollen. Im September nächsten Jahres solle dafür mit Verhandlungen begonnen werden, die im Herbst 2015 in einen Gipfel für eine 'Globale Partnerschaft für Entwicklung' münden sollen.