2018 M10 11 - 21:09 Uhr

Chelsea gibt richtige Antwort auf Antisemitismus

Was tun, wenn die eigenen Fans rassistische oder antisemitische Schlachtgesänge im Stadion anstimmen? Der FC Chelsea hat darauf die passende Antwort gefunden.

Besuche von Auschwitz sollen Unverbesserliche bessern

Manche Fans des englischen Fußballclubs FC Chelsea sind in der Vergangenheit wiederholt durch antisemitisches Verhalten aufgefallen. So hatten einige dieser sogenannten Anhänger nach einem Spiel bei Leicester City antisemitische Gesänge gegen den Lokalrivalen Tottenham Hotspur angestimmt, der für seine jüdische Fangemeinde bekannt ist. 

Diesen Unverbesserlichen möchten die 'Blues' entgegentreten und ihnen die Möglichkeit geben, an einem Bildungsprogramm des Clubs teilzunehmen. Im Rahmen der Initiative 'Say No To Antisemitism' sind auch Besuche des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz für Chelsea-Fans und Mitarbeiter des Vereins geplant. Ein Sprecher des FC Chelsea betonte, der Fokus liege auf der Aufklärung. Wie genau das umgesetzt werde, müsse noch geklärt werden. Zuvor hatte die 'Sun' darüber berichtet. Mit einer Teilnahme könnten Fans auch ihre Stadionsperre reduzieren.

Stadionsperren bringen nichts

Bruce Buck hat ein Statement zu den Zahlen des FC Chelsea abgegeben. Foto: Daniel Hambruy
Chelseas Vorstandsvorsitzender Bruce Buck
© DPA

Als Teil der Initiative gegen Antisemitismus, die der Club schon im Januar lanciert hatte, wurde in London ein Film gezeigt, der über die Auswirkungen antisemitischen und rassistischen Verhaltens auf jüdische Fans und auf die gesamte Fußballgemeinde aufklären soll. "Wenn man die Leute nur aus dem Stadion verbannt, wird man ihr Verhalten niemals ändern", sagte der Chelsea-Vorsitzende Bruce Buck nach der Filmvorführung. "Diese Strategie gibt ihnen die Möglichkeit, zu begreifen, was sie getan haben und sich besser benehmen zu wollen."