Kampagne zu Muttertag: Nicht alle Mütter verdienen Blumen

11. Mai 2018 - 22:28 Uhr

Muttertag bewusst gewählt - Fokus auf Frauen als Gewalttäter

"Nicht alle Mütter haben Blumen verdient" - Dieser Satz provoziert und polarisiert, er steht für eine Kampagne des Deutschen Kindervereins. Die Organisation will am Muttertag auf häusliche Gewalt gegen Kinder aufmerksam machen. Besonders Mütter stehen im Fokus, denn immerhin sind die Hälfte der Gewalttäter Frauen. Wie relevant das Thema ist, zeigen die erschreckenden Zahlen der letzten Jahre.

2017: 143 Kinder sterben durch häusliche Gewalt

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 143 Kinder durch häusliche Gewalt getötet. Das waren zehn Opfer mehr als im Jahr 2016. In insgesamt 77 Fällen blieb es bei einem Tötungsversuch. Auch die Zahl der körperlichen Kindesmisshandlungen stieg von 4.204 (2016) auf 4.208 Kinder (2017). Besonders schlimm: Meistens trifft es die Kleinsten. 1.813 Gewaltopfer waren unter sechs Jahre alt, ebenso 112 Todesopfer. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Väter und Mütter werden gleichermaßen zu Tätern.

"Es ist Zeit, darüber zu reden, dass auch Mütter ihre Kinder misshandeln und dazu bietet sich dieser Tag geradezu an", begründet Rainer Rettinger vom Deutschen Kinderverein die Kampagne. Unter dem Motto #VeilchenGegenVeilchen wollen die Organisatoren auf die Gewalt von Müttern gegen ihre Kinder aufmerksam machen. Der Deutsche Kinderverein wird dabei von zahlreichen Prominenten, darunter Andreas Bourani, Katy Karrenbauer und Armin Rohde, unterstützt. Was Organisatoren und Unterstützer antreibt, erfahren Sie im Video.