Kambodscha: Paar häutet und verspeist wilde Tiere für YouTube-Videos – nun drohen rechtliche Konsequenzen

18. Mai 2018 - 16:04 Uhr

Ah Lin wollte aus YouTube-Videos Profit schlagen

Ah Lin und ihr Gatte Phoun haben eine grausame Vorliebe. Das junge Paar aus Kambodscha verzehrt Eidechsen, Frösche, Haie, Königskobras, Stachelrochen und Fischkatzen. Dabei lässt Ah Lin sich filmen – in knallengen Tops und knappen Hot Pants. Doch nicht nur der Anblick der gehäuteten Tiere im Kochtopf ist abscheulich. Ah Lin vertilgt teilweise artgeschützte Tiere.

Youtube-Star auf Kosten der Tiere

Der weltweite Bestand der Fischkatze wird auf weniger als 10.000 Tiere geschätzt.
Der weltweite Bestand der Fischkatze wird auf weniger als 10.000 Tiere geschätzt.
© picture alliance

Ah Lin hält die toten Tierkörper in die Kamera - ein mitleiderregender Anblick. Die junge Frau wirkt hingegen völlig unbeeindruckt. Unter anderem präsentiert sie auch eine leblose Fischkatze. Der weltweite Bestand wird auf weniger als 10.000 erwachsene Tiere geschätzt. So wenig, dass die Fischkatze als gefährdete Art eingestuft ist.

Wilde Tiere häuten, um sie zu über einem Feuer kochen und anschließend zu essen - warum nur macht man so etwas? Ah Lin und ihr Mann Phoun wollten sich im Social Web als 'Survival-Köche' positionieren und aus ihren skrupellosen Schlachtereien Profit schlagen. 500 US-Dollar haben die beiden nach eigenen Angaben durch Werbung vor den Clips bereits eingenommen.

Umweltministerium leitet rechtliche Schritte ein

Doch das hat Konsequenzen. Ah Lin und ihr Mann wurden nun vom kambodschanischen Umweltministerium aufgespürt. "Wir sind gerade dabei, rechtliche Schritte gegen sie einzuleiten", sagte Chea Sam Arng, Leiter des Ministeriums für Naturschutz, dem Nachrichtenmagazin 'Metro.co.uk'. "Die gekochten Tiere standen zwar meist nicht auf der Liste der gefährdeten Tiere, sind aber geschützt. Eine Art war vom Aussterben bedroht."

Zwar wurden die Videoclips entfernt, aber das Paar aus Phnom Penh ist immer noch im Besitz des Rohmaterials. Es behauptet, die Tiere auf einem "lokalen Markt" gekauft und gekocht zu haben. Ob das stimmt, versuchen Umweltschützer nun herauszufinden.

Ah Lin entschuldigte sich für die Aktion öffentlich und fügte hinzu: "Ich weiß nicht einmal, welche Art von Tieren oder Vögeln wir benutzt haben, geschweige denn, welche Auswirkungen es auf den Artenschutz hatte."